AGI & Frontier-Modelle
Google startet „Gemini 3.5“ und „Gemini Omni“ – neue Modellfamilie soll mehr können als nur chatten
Google hat auf der Entwicklerkonferenz I/O 2026 zwei neue KI-Modellreihen vorgestellt: Gemini 3.5 und Gemini Omni. Gemini Omni soll „aus jedem Input alles erstellen“ können – Google startet dabei mit Video – und zielt auf bessere Multimodalität (also Text, Bild, Audio und Video in einem System). Gemini 3.5 Flash positioniert Google als Modell, das „Frontier-Intelligenz“ mit „Action“ verbindet, also Aufgaben nicht nur beantwortet, sondern Schritte ausführt. Was bedeutet das: Die großen Anbieter verschieben KI vom reinen Text-Assistenten hin zu Systemen, die Medien erstellen und Aktionen anstoßen – das kann Arbeit beschleunigen, erhöht aber auch den Bedarf an Regeln und Kontrolle.
Quelle: Google Blog
KI-Training & Forschung
Nature: Teams aus KI-Agenten testen Hypothesen und schlagen Experimente vor – erste Medikamentenideen in Stunden statt Wochen
Zwei neue Systeme, die in Nature beschrieben werden, setzen nicht nur ein KI-Modell ein, sondern ganze Teams von KI-Agenten, die Hypothesen entwickeln, Experimente vorschlagen und Daten auswerten. Googles „Co-Scientist“ suchte etwa nach zugelassenen Wirkstoffen, die gegen akute myeloische Leukämie helfen könnten: Aus einer Liste wählten Forschende fünf Kandidaten aus, drei zeigten in ersten Zelltests Hinweise auf Wirkung. Ein zweites System („Robin“ von FutureHouse) identifizierte unter anderem das Glaukom-Medikament Ripasudil als Kandidat für eine Augenkrankheit und schlug Folgeexperimente vor. Was bedeutet das: Wenn sich solche „KI-Wissenschaftler“ bewähren, könnte Forschung schneller und günstiger werden – aber die Verantwortung für Tests, Fehler und Zulassungen bleibt bei Menschen.
Quelle: Nature
KI-Agenten
Google baut „Information Agents“ in die Suche: KI soll Themen 24/7 im Hintergrund verfolgen und melden
Google kündigte „Information Agents“ für die Suche an – das sind KI-Agenten (Software, die Aufgaben selbstständig weiterverfolgt), die Themen dauerhaft beobachten und bei Änderungen automatisch benachrichtigen. Laut TechCrunch können sie Informationen aus mehreren Quellen zusammenfassen, erklären, warum etwas wichtig ist, und Updates als Push-Meldung liefern – ähnlich wie Google Alerts, nur mit Zusammenfassungen. Starten sollen sie im Sommer zunächst für Google-AI-Pro- und Ultra-Abos in den USA, später in weiteren Märkten. Was bedeutet das: Nachrichten- und Marktbeobachtung könnte für viele Menschen deutlich automatisierter werden – zugleich wächst die Macht der Plattform, zu entscheiden, welche Updates „wichtig“ sind.
Quelle: TechCrunch
Industrie & Markt
KPMG rollt Anthropics KI „Claude“ für 276.000 Mitarbeitende weltweit aus
KPMG, eines der größten Prüfungs- und Beratungsnetzwerke der Welt, hat eine globale Allianz mit Anthropic geschlossen und will dessen KI-Modell Claude (ein großer Sprachassistent) für alle 276.000+ Beschäftigten verfügbar machen. Claude wird zudem direkt in KPMGs Arbeitsplattform „Digital Gateway“ integriert, zunächst für neue Werkzeuge in Steuer- und Rechtsberatung. Laut Anthropic soll Claude auch in der Cybersicherheit helfen, Schwachstellen zu finden und zu beheben. Was bedeutet das: KI rückt in großen Organisationen vom Pilotprojekt zum Standardwerkzeug – und verändert, wie schnell und günstig Beratung, Compliance und IT-Sicherheit künftig ablaufen.
Quelle: Anthropic
OpenAI verkauft erstmals „Guaranteed Capacity“ – feste Rechenleistung für KI-Kunden über bis zu drei Jahre
OpenAI (der ChatGPT-Anbieter) bietet Unternehmen mit „Guaranteed Capacity“ an, für ein, zwei oder drei Jahre zugesicherte Rechenkapazität zu buchen – also garantierte Computerleistung, um KI-Dienste stabil zu betreiben. Laut CNBC soll das helfen, weil die weltweite Nachfrage nach solcher Kapazität voraussichtlich länger knapp bleibt. OpenAI-Chef Sam Altman sagt, das Angebot gilt nur, bis die aktuelle Zuteilung ausgeschöpft ist. Was bedeutet das: Wenn Rechenleistung zum Engpass wird, kann sich ein Vorteil künftig weniger über bessere Ideen als über gesicherte Infrastruktur entscheiden – relevant für Firmen, Behörden und den Wettbewerb um KI-Anwendungen.
Quelle: CNBC
Regulierung & Sicherheit
USA planen 500-Millionen-Dollar-Topf gegen chinesische KI-Exporte: Neues State-Department-Büro soll Verbündete beim Kauf US-Technik unterstützen
US-Senatoren beider Parteien wollen ein Gesetz einbringen, das die Verbreitung chinesischer KI-Tools im Ausland eindämmen soll. Laut Reuters-Bericht bei U.S. News soll im US-Außenministerium ein neues Büro entstehen, das Verbündeten den Kauf von US-Technologie erleichtert und finanziell unterstützt; vorgesehen ist ein Fonds über 500 Millionen US-Dollar. Das Programm soll unter anderem den Erwerb von US-KI-Modellen, Chips, Software, Cloud- und Telekommunikations-Technik fördern. Was bedeutet das: KI wird immer stärker zum geopolitischen Infrastruktur-Thema – und Staaten versuchen, Lieferketten und Standards durch Fördergelder zu beeinflussen.
Quelle: U.S. News (via Reuters)