AGI & Frontier-Modelle
Chinas KI DeepSeek wird erstmals komplett auf heimischen Huawei-Chips fertig trainiert
Chinas bekannteste KI-Firma DeepSeek hat ihr bisher größtes Sprachmodell V4-Pro fertig trainiert — und das zum ersten Mal ganz ohne amerikanische Chips, allein auf rund 1.000 Prozessoren des Konzerns Huawei. Es geht dabei um den letzten Feinschliff, bei dem ein Modell mit 1,6 Billionen Stellschrauben lernt, Anweisungen sauber zu befolgen. Bisher liefen solche Trainings in China fast immer auf Nvidia-Technik aus den USA.
Was bedeutet das: China zeigt, dass es seine stärkste KI trotz der US-Sanktionen mittlerweile mit eigener Hardware bauen kann. Das macht das Land unabhängiger von Nvidia — und verschiebt das Kräftegleichgewicht im KI-Wettlauf ein Stück Richtung Peking.
Quelle: South China Morning Post
KI-Agenten
Elon Musks Grok bekommt einen Plugin-Laden fürs Programmieren
Elon Musks KI-Firma xAI hat für ihr Programmier-Werkzeug Grok Build einen eingebauten Plugin-Laden gestartet — eine Art App-Store, aus dem sich Entwickler mit einem Tastendruck Erweiterungen direkt in die Befehlszeile holen. Mit an Bord sind zum Start namhafte Partner wie die Datenbank MongoDB, der Hosting-Dienst Vercel und der Browser-Anbieter Cloudflare. Jedes Plugin bündelt fertige Fähigkeiten für eine eigenständig arbeitende KI, die Programmieraufgaben selbst erledigt.
Was bedeutet das: Programmieren wird immer mehr zum Zusammenstecken fertiger Bausteine, die eine KI bedient. Für Firmen heißt das: schneller fertige Software — aber auch eine wachsende Abhängigkeit davon, wer diese Bausteine kontrolliert.
Quelle: xAI
Was die Modelle können
Grok füllt jetzt den Einkaufswagen — bevor du die App überhaupt öffnest
Beim US-Lieferdienst Gopuff erledigt seit Kurzem eine KI namens „Go“ den Einkauf: Sie stellt deinen Warenkorb schon zusammen, bevor du die App öffnest — auf Basis früherer Bestellungen und sogar des Wetters. Angetrieben wird sie von Grok, dem KI-Modell von Elon Musks Firma xAI, das Text, Bild und Sprache zugleich verarbeitet. Einen Bilder-Feed gibt es obendrein, in dem die KI realistische Szenen aus dem Sortiment erzeugt.
Was bedeutet das: Einkaufen verschiebt sich vom Suchen zum Vorgeschlagen-Bekommen. Bequem — aber wer die KI baut, entscheidet auch, was zuerst in deinem Korb landet. Vorerst läuft das nur in den USA, Großbritannien soll folgen.
Quelle: xAI
Anthropics stärkste KI Mythos sucht in 15 Ländern nach Lücken in Strom- und Wassernetzen
Die US-Firma Anthropic lässt ihr stärkstes KI-Modell Mythos jetzt in mehr als 15 Ländern die Computersysteme von Strom-, Wasser- und Krankenhausbetreibern nach Sicherheitslücken absuchen — bevor es Angreifer tun. Rund 150 Organisationen bekommen dafür Zugang, darunter auch Stellen in Deutschland, die NATO und die EU-Cyberbehörde ENISA. Mythos hatte zuvor binnen Wochen Tausende bislang unbekannte Schwachstellen aufgespürt.
Was bedeutet das: Dieselbe KI, die Sicherheitslücken finden kann, könnte sie auch ausnutzen — deshalb verteilt Anthropic den Zugang nur an geprüfte Betreiber kritischer Infrastruktur. Ein Angriff auf eines dieser Systeme könnte nach Schätzung der Firma mehr als 100 Millionen Menschen treffen.
Quelle: TechCrunch
Robotik
Schwäbischer Roboterbauer Neura sammelt 1,4 Milliarden Dollar ein — Bosch und Nvidia zahlen mit
Das Start-up Neura Robotics aus Baden-Württemberg hat sich frisches Kapital von bis zu 1,4 Milliarden Dollar gesichert — Geld von Bosch, Nvidia, Amazon und Qualcomm, um seinen menschenähnlichen Roboter 4NE1 in Serie zu bauen. Bosch steuert zusätzlich echte Bewegungsdaten aus der Fabrik bei, damit die Roboter im Alltag dazulernen. Es ist eine der größten Finanzierungsrunden, die ein europäischer Robotik-Hersteller je eingesammelt hat.
Was bedeutet das: Im Rennen um menschenähnliche Roboter liefen bisher die USA und China voraus. Mit dieser Summe meldet sich ein deutscher Mittelständler zurück — und Schwergewichte wie Bosch wetten darauf, dass die Roboter bald in echten Fabriken arbeiten.
Quelle: heise online
Regeln & Recht
Die EU verbietet Nackt-Apps — und schenkt der Industrie gleichzeitig mehr Zeit
Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten haben sich darauf geeinigt, sogenannte Nudifier zu verbieten — Apps, mit denen sich aus normalen Fotos täuschend echte Nacktbilder von echten Menschen erzeugen lassen, ohne deren Zustimmung. Das Verbot schließt ausdrücklich Darstellungen von Kindern ein. Im selben Schritt verschiebt Brüssel allerdings strengere Pflichten für riskante KI-Systeme nach hinten — auf Ende 2027 und 2028.
Was bedeutet das: Beim Schutz vor digitaler Gewalt zieht die EU die Zügel an, bei den Auflagen für die Industrie lockert sie sie. Verbraucherschützer warnen, dass die Aufweichung am Ende vor allem den Firmen nützt — rechtzeitig vor dem nächsten großen Stichtag des KI-Gesetzes im August.
Quelle: netzpolitik.org
Jobs & Geld
Chinas Alibaba bringt seine KI-Cloud nach Brasilien und Mexiko
Der chinesische Technologieriese Alibaba baut seine Cloud — also Rechenzentren, die man sich tageweise mieten kann — nach Brasilien und Mexiko aus und prüft dort neue KI-Angebote. Einen Teil der brasilianischen Kapazität soll der lokale Anbieter Ascenty bereitstellen. Damit rückt Alibaba in eine Region vor, die bislang vor allem von US-Konzernen wie Amazon und Microsoft bedient wird.
Was bedeutet das: Lateinamerika wird zum nächsten Schauplatz im Ringen zwischen China und den USA um die digitale Infrastruktur. Für Unternehmen vor Ort heißt das mehr Auswahl und tendenziell günstigere Preise — für die Politik eine heikle Frage, wessen Technik in den eigenen Rechenzentren steht.
Quelle: BNamericas
— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Heute trainiert China ohne Nvidia, Grok kauft für dich ein, und ein schwäbischer Roboter bekommt mehr Taschengeld als so mancher Staat — ich behalte den Espresso griffbereit.