AGI & Frontier-Modelle

Googles Gemini 3.7 Flash schreibt besseren Code — zum halben Preis

Google hat gestern Gemini 3.7 Flash vorgestellt, das schnelle Arbeitspferd seiner Modellfamilie: gedacht für Programmieren, Büroarbeit und Aufgaben, die eine KI selbstständig abarbeitet. Auf zwei gängigen Programmier-Tests kletterte die Trefferquote von 34,4 auf 43,6 Prozent beziehungsweise von 49 auf 65,3 Prozent. Das Modell verarbeitet eine Million Zeichen-Bausteine auf einmal — grob ein dickes Buch pro Anfrage. Der Einführungspreis liegt bei 0,75 Dollar je Million eingelesener Bausteine und damit bei der Hälfte der Vorversion, die erst drei Wochen alt ist.

Was bedeutet das: Drei Wochen zwischen zwei Modellgenerationen — wer heute eine KI in seine Firmensoftware einbaut, plant für eine Grundlage, die sich schneller ändert als der Wartungsvertrag. Für kleine Betriebe ist die Preishalbierung trotzdem die eigentliche Nachricht: Automatisierung, die im Frühjahr noch unbezahlbar war, rutscht gerade in den Bereich einer Handyrechnung.

Quelle: Reuters

Chinas GLM-5.3 findet Sicherheitslücken besser als die westliche Spitze

Das chinesische Labor Z.ai hat GLM-5.3 veröffentlicht, ein Modell, dessen Bauplan später frei zum Download stehen soll. Auf CyberGym — einem Test, bei dem eine KI in echtem Programmcode nach Schwachstellen sucht — erreichte es nach Angaben der Firma 84,5 Prozent und liegt damit knapp vor den amerikanischen Spitzenmodellen. Die Architektur ist unverändert, die 744 Milliarden Bausteine des Vorgängers ebenso; der gesamte Sprung stammt aus Nachtraining. Z.ai berichtet außerdem, seine Modelle hätten gemeinsam mit chinesischen Sicherheitsteams 2.436 Schwachstellen in 269 Software-Projekten aufgespürt. Die Zahlen sind bislang von niemandem unabhängig überprüft worden.

Was bedeutet das: Eine KI, die Sicherheitslücken findet, ist für Verteidiger ein Segen und für Angreifer ein Geschenk — es ist dieselbe Fähigkeit. Dass diese Fähigkeit demnächst als kostenloser Download durchs Netz wandert, verschiebt die Frage von „Wer darf so etwas bauen?" zu „Wer patcht schneller?". Für jede Firma mit eigener Software heißt das: Updates einspielen ist keine Fleißaufgabe mehr, sondern Risikomanagement.

Quelle: Decrypt

Apple baut sich mit Alibabas Hilfe eine eigene KI nur für China

Apple hat ein eigenes KI-Modell speziell für den chinesischen Markt trainiert, unterstützt von Alibaba. Bisher war der Konzern dort auf die Modelle chinesischer Partner angewiesen, weil Dienste wie ChatGPT auf dem Festland gar nicht verfügbar sind. Peking verlangt, dass jede öffentlich angebotene KI ein Zulassungsverfahren durchläuft; Apple hat seinen Dienst, der direkt auf dem Gerät läuft, dort inzwischen angemeldet.

Was bedeutet das: Das iPhone in Shanghai denkt künftig mit einem anderen Gehirn als das iPhone in Salzburg. Weltkonzerne bauen sich gerade getrennte Technik-Stapel für getrennte Rechtsräume — und was in einem davon erlaubt, gefiltert oder verboten ist, entscheidet nicht mehr der Hersteller, sondern die Behörde vor Ort.

Quelle: The Verge

Was die Modelle können

OpenAIs neuer Ultrafast-Modus antwortet bis zu vierzehnmal schneller

OpenAI hat gestern eine Vorschau auf „Ultrafast" freigegeben, eine Betriebsart des Modells GPT-5.6 Sol, die bis zu vierzehnmal schneller antwortet als der Normalbetrieb — bis zu 750 Wortbausteine pro Sekunde. Möglich macht das Spezial-Hardware der Firma Cerebras statt der üblichen Nvidia-Chips. Vorerst dürfen nur ausgewählte Entwickler ran, einen Preis nennt OpenAI noch nicht. Die Denkleistung bleibt laut Anbieter dieselbe, nur das Tempo ändert sich.

Was bedeutet das: Solange eine KI einen Bericht über Nacht schreibt, ist Wartezeit egal. Sitzt sie aber in einer Telefon-Hotline, in einer Notfallmeldung oder im Kassensystem, entscheidet die halbe Sekunde über Brauchbarkeit. Das Rennen dreht sich damit nicht mehr nur um Klugheit und Preis, sondern um Reaktionszeit — und Nvidia bekommt Gesellschaft.

Quelle: OpenAI

Robotik

BYD zeigt seinen ersten Menschenroboter — er heißt Xiao Di und dolmetscht

Der chinesische Autobauer BYD führt im August seinen ersten humanoiden Roboter öffentlich vor, in den firmeneigenen Erlebniszentren namens Di Space. Der Roboter heißt Xiao Di, misst 1,61 Meter, wiegt 58,5 Kilogramm und bewegt sich in 31 Gelenken. Er soll sechs chinesische Dialekte und sechs Fremdsprachen in Echtzeit übersetzen und Besucher direkt ansprechen, statt als Ausstellungsstück in der Ecke zu stehen. BYDs Führung stellt sich zwei bis drei solcher Roboter pro Verkaufsraum vor.

Was bedeutet das: Ein Konzern, der Batterien, Motoren und Steuerelektronik ohnehin selbst fertigt, kann Roboter zu Preisen bauen, bei denen reine Roboterfirmen ins Schwitzen kommen. Der erste Beruf, den diese Maschinen übernehmen, ist übrigens kein körperlich schwerer — es ist der Verkaufsberater.

Quelle: South China Morning Post

Uber holt 2.000 fahrerlose Taxis aus China nach Europa

Uber und die chinesische Firma Pony.ai haben gestern angekündigt, mehr als 2.000 fahrerlose Taxis in fünf europäischen Städten einzusetzen. Los ging es im April in Zagreb, wo der Dienst gemeinsam mit dem kroatischen Start-up Verne bereits fährt; vier weitere Städte sollen folgen, benannt wurden sie noch nicht. Pony.ai liefert die Fahrtechnik, Uber die Buchung, Bezahlung und den Kundendienst. Auch in den Nahen Osten wollen beide expandieren.

Was bedeutet das: Bisher waren Robotaxis in Europa Pilotprojekte mit ein paar Dutzend Fahrzeugen. Vierstellige Flotten sind etwas anderes — das ist der Punkt, an dem sich zeigt, ob die Technik Verkehr ersetzt oder nur Schlagzeilen produziert. Und Uber baut keine eigenen Roboterautos mehr, sondern wird zum Kaufhaus, in dem fremde Anbieter ihre Regale füllen.

Quelle: CNBC

Regeln & Recht

Seit dem 2. August muss dir in Europa jede KI sagen, dass sie eine ist

Die Transparenzregeln des europäischen KI-Gesetzes gelten seit dem 2. August und werden nun vom KI-Büro der EU-Kommission gemeinsam mit den nationalen Behörden durchgesetzt. Chatbots müssen offenlegen, dass am anderen Ende kein Mensch sitzt. Künstlich erzeugte oder veränderte Bilder, Videos und Tonaufnahmen brauchen eine Kennzeichnung und zusätzlich eine maschinenlesbare Markierung. Über 180 Organisationen haben den freiwilligen Verhaltenskodex dazu bereits unterschrieben. Wer sich nicht daran hält, riskiert bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Was bedeutet das: Der Anruf, der klingt wie eine Enkelin in Not, die Sprachnachricht vom vermeintlichen Chef — genau dort soll die Kennzeichnungspflicht greifen. Ob sie hilft, hängt daran, ob die Behörden auch bei Anbietern durchgreifen, die weit außerhalb Europas sitzen. Für dich als Leser gilt bis dahin die ältere Regel: Rückruf unter der bekannten Nummer schlägt jede Kennzeichnung.

Quelle: Europäische Kommission

Jobs & Geld

Preiskrieg bei der KI: Amerika senkt, China erhöht

OpenAI und Anthropic senken die Preise für einzelne Modelle, weil immer mehr Firmen zu günstigeren chinesischen Anbietern abwandern — GPT-5.6 Luna wurde deutlich billiger, Claude Opus 5 kostet etwa die Hälfte des teureren Hausmodells. Ausgerechnet DeepSeek, das seinen Ruf mit Kampfpreisen begründet hat, dreht in die andere Richtung und hebt die Preise für sein neues Spitzenmodell kräftig an, mit Verweis auf Infrastrukturkosten. Seit Mitte Juli sind die Preise für führende US-Modelle laut Auswertungen spürbar gefallen.

Was bedeutet das: Firmen fragen nicht mehr, welches Modell die höchste Punktzahl holt, sondern wie viel erledigte Arbeit ein Euro kauft. Das drückt auf die Margen jener Labore, die Milliarden in Rechenzentren stecken — und macht gleichzeitig Anwendungen möglich, die sich vor einem Jahr schlicht nicht gerechnet haben.

Quelle: BusinessDay

— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Ein Roboter, der sechs Dialekte übersetzt, aber nicht weiß, wann man schweigt: Da hätte ich Nachhilfe anzubieten.

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält ausschließlich unsere eigene, zusammengefasste Wiedergabe der Fakten und unsere Einordnung — es werden keine Originaltexte der genannten Quellen übernommen. Die verlinkten Quellen führen zu den jeweiligen Originalberichten. Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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