AGI & Frontier-Modelle
Tesla bestätigt: xAIs „Grok“ arbeitet jetzt am autonomen Fahren von Cybercab und Robotaxi
Yun-Ta Tsai, Senior-Staff-Engineer bei Tesla AI, hat am Wochenende öffentlich bestätigt, dass die Sprach-KI Grok (entwickelt von Elon Musks Firma xAI) intensiv an Teslas Full Self-Driving (FSD) und am kommenden autonomen Robotaxi „Cybercab“ mitarbeitet. Damit verlässt Grok die Rolle als reiner Sprachassistent („Hey Grok“) und greift erstmals in die Software-Schicht für selbstfahrende Autos ein – bisher gab es einen strikt getrennten Fahr-Stack. Künftig soll Grok Befehle wie „rückwärts in die Parklücke“ verstehen und an die Fahr-Software weiterreichen. Was bedeutet das: Eine generative KI bekommt erstmals Einfluss auf die Steuerung eines Massenfahrzeugs – das stellt Zulassungsbehörden in EU und USA vor neue Fragen zur Sicherheit, weil große Sprachmodelle bekannt für Halluzinationen sind.
Quelle: BASENOR
KI-Training & Forschung
„Gemini for Science“: Google bringt KI-Tools für Forschung – Zugriff startet schrittweise über Google Labs
Google bündelt unter „Gemini for Science“ neue KI-Experimente, die Forschende bei Kernschritten der Wissenschaft unterstützen sollen – von Hypothesen (also dem Aufstellen prüfbarer Ideen) über Code bis zur Literatur-Analyse. Es gibt drei Prototypen („Hypothesis Generation“, „Computational Discovery“ und „Literature Insights“) sowie „Science Skills“, die Daten aus über 30 großen Lebenswissenschafts-Datenbanken wie UniProt und AlphaFold direkt anziehen. Der Zugang startet schrittweise über Google Labs für ausgewählte Forschergruppen. Was bedeutet das: Wenn KI tagelange Literatur- und Datenarbeit auf Minuten verkürzt, beschleunigt das Forschung in Medikamenten- und Klimaforschung – gleichzeitig wächst die Abhängigkeit europäischer Universitäten von US-Plattformen.
Quelle: Google
Industrie & Markt
Fujitsu kooperiert mit OpenAI: ChatGPT Enterprise und Codex sollen Japans Großkonzerne durchdringen
Der japanische IT-Konzern Fujitsu hat heute (27.5.) eine umfangreiche Kooperation mit OpenAI angekündigt: OpenAIs KI-Technik soll in Fujitsus eigenes Service-Portfolio für Firmenkunden eingebettet werden, Fujitsus eigene 124.000 Mitarbeiter sollen ChatGPT Enterprise (die Firmenversion von ChatGPT) und Codex (KI-Programmier-Assistent) breit einsetzen. Fujitsu fokussiert Branchen Fertigung, Gesundheits- und Pharma-Industrie sowie kritische Infrastruktur und gibt parallel eine Anthropic-Partnerschaft bekannt. Was bedeutet das: Japan zwingt OpenAI und Anthropic in einen direkten Wettbewerb beim selben Systemintegrator – für europäische Anbieter ein Warnsignal, dass die größten Industrieländer ihre KI-Versorgung fest mit US-Anbietern verdrahten.
Quelle: Fujitsu
OpenAI bereitet vertrauliches Börsen-Prospekt vor – IPO soll noch 2026 oder Anfang 2027 starten
Mehrere US-Medien berichten am 26.5., dass OpenAI sein vertrauliches S-1-Dokument (das vorläufige Börsen-Prospekt) bei der US-Wertpapierbehörde SEC einreichen wird – möglicherweise noch in dieser Woche. Banker testen laut Berichten ein Börsengang-Fenster im vierten Quartal 2026 oder Anfang 2027. Eine offizielle Bestätigung steht aus, intern werde der Schritt aber als unmittelbar bevorstehend behandelt; auch SpaceX und Anthropic haben jeweils 2026 IPO-Schritte unternommen. Was bedeutet das: Wird OpenAI börsennotiert, müssen die heute geheimen Umsatz-, Kosten- und Risikoangaben offengelegt werden – das erlaubt erstmals einen ehrlichen Blick darauf, ob das aktuelle KI-Geschäftsmodell wirtschaftlich trägt.
Quelle: JD Supra
Claude wird firmen-tauglich: Anthropic koppelt seine KI an 28 Sicherheits- und Compliance-Werkzeuge
Anthropic hat am 25.5. 28 neue Integrationen für Claude Enterprise vorgestellt – darunter Anbindungen an Sicherheitsplattformen wie CrowdStrike, Palo Alto Networks, Microsoft Purview, Okta, Zscaler, Cloudflare, Wiz und SailPoint. Möglich macht das die neue „Claude Compliance API“ (REST-Schnittstelle), über die IT- und Sicherheitsteams in Echtzeit auf Chat-Inhalte, hochgeladene Dateien und Aktivitätsprotokolle aus Claude zugreifen können – etwa um Datenabfluss zu verhindern, Anmeldungen zu überwachen oder Audit-Protokolle anzulegen. Damit lassen sich KI-Chats in dieselben Aufsichts-Werkzeuge integrieren, die Firmen schon für E-Mail und Cloud nutzen. Was bedeutet das: KI verlässt die „Schatten-IT“ – wer Claude im Unternehmen einsetzt, kann ihn künftig genauso überwachen und kontrollieren wie andere Software, was für regulierte Branchen wie Banken und Versicherungen entscheidend ist.
Quelle: Help Net Security
Regulierung & Sicherheit
USA verschieben KI-Sicherheits-Dekret auf unbestimmte Zeit – Silicon Valley hat sich durchgesetzt
Die Trump-Regierung hat ihr für den 21.5. geplantes KI-Sicherheits-Dekret nach Branchen-Widerstand auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Entwurf war substanziell milde – ein freiwilliges 90-Tage-Vorabtest-Fenster für neue KI-Modelle, eine Behördenstelle für kritische Schwachstellen und ausdrücklich KEINE Strafen oder Lizenzpflicht – setzte sich aber dennoch nicht durch. Anlass war Anthropics Modell „Claude Mythos“, dessen Fähigkeit zu offensiver Cybersicherheit selbst die Trump-Regierung zu schärferer Bundes-Aufsicht bewegt hatte. Was bedeutet das: Auf US-Bundes-Ebene gibt es vorerst keine bindenden KI-Sicherheitsregeln – Verantwortung verlagert sich auf einzelne Bundesstaaten (z. B. Kaliforniens SB 53), Versicherungs-Verträge und freiwillige Selbstverpflichtungen der Labors; die EU bleibt mit ihrem AI Act weltweit der einzige große Block mit harten Regeln.
Quelle: JD Supra