Industrie & Markt
Preis-Kampf um KI-Programmierer: OpenAI verschenkt Codex zwei Monate, Anthropic erhöht Claude-Code-Limits um 50 %
Innerhalb einer Stunde haben am 13.5. die beiden größten KI-Programmier-Werkzeuge ihre Konditionen nachgebessert: OpenAI-Chef Sam Altman kündigte an, dass alle Unternehmen, die sich in den nächsten 30 Tagen registrieren, zwei Monate lang gratis mit Codex (KI-Assistent fürs Programmieren) arbeiten können. Praktisch gleichzeitig erhöhte Anthropic die wöchentlichen Nutzungslimits von Claude Code für die zahlenden Tarife Pro, Max, Team und Enterprise um 50 Prozent – befristet bis 13.7.2026. Beide Schritte folgen auf eine Verdopplung der Fünf-Stunden-Limits bei Claude Code in der Vorwoche. Für europäische IT-Abteilungen bedeutet das zwei Monate ungewöhnlich günstiger Zugang zu KI-Codierhilfe – ideale Gelegenheit, vor einer Tool-Entscheidung beide Systeme im Echtbetrieb zu testen.
Quelle: Apidog
Anthropic-Chef Dario Amodei bestätigt Börsengang-Pläne – IPOs bei SpaceX und OpenAI dürften folgen
Anthropic-Mitgründer Dario Amodei hat in einem Interview mit Barron's am 16.5. erstmals offen über einen Börsengang seines KI-Unternehmens gesprochen: Anthropic plane perspektivisch den Schritt an die Börse, allerdings ohne festen Zeitplan. Analysten erwarten 2026 die größte IPO-Welle der Tech-Geschichte: Neben Anthropic (Bewertung zuletzt rund 350 Milliarden Dollar) gelten SpaceX (über 400 Mrd. $) und OpenAI als prominenteste Kandidaten – jeder dieser Börsengänge würde die bisherigen Tech-Rekorde sprengen. Für Privatanleger im DACH-Raum heißt das: Erstmals seit Jahren könnte man echte Anteile an einem KI-Spitzenmodell-Anbieter regulär an der Börse zeichnen, statt nur indirekt über Microsoft- oder Alphabet-Aktien beteiligt zu sein.
Quelle: Barron's
Regulierung & Sicherheit
Papst Leo XIV. richtet eigene Studiengruppe für Künstliche Intelligenz ein – KI-Enzyklika erwartet
Am 16.5. gab Papst Leo XIV. die Gründung einer internen vatikanischen Studiengruppe zur Künstlichen Intelligenz bekannt. Begründet wird der Schritt mit der raschen Verbreitung von KI, ihren möglichen Folgen für Einzelne und die Gesellschaft sowie dem kirchlichen Auftrag, die Würde jedes Menschen zu schützen. Die Ankündigung erfolgte parallel zur Vorbereitung seiner ersten Enzyklika (offizielles Lehrschreiben), die in den kommenden Wochen erscheinen soll – exakt 135 Jahre nach „Rerum Novarum“ von Papst Leo XIII., dem berühmten Sozialschreiben zur industriellen Revolution. Für die rund 1,4 Milliarden Katholiken weltweit wird das die erste päpstliche Grundsatz-Position zu KI – ein Signal, dass die Debatte um KI-Ethik längst auch außerhalb von Tech und Politik in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.
Quelle: U.S. News & World Report
Chinas Gerichte stoppen Personalabbau mit „KI-Begründung“ – Arbeitgeber müssen weiterbeschäftigen
Ein chinesisches Arbeitsgericht hat am 3.5. erstmals höchstrichterlich entschieden, dass Unternehmen Mitarbeitende nicht entlassen dürfen, nur weil deren Aufgaben durch KI ersetzt werden – die Entlassung wurde als rechtswidrig eingestuft und der Arbeitgeber zur Wiedereinstellung verpflichtet, wie Fortune unter Berufung auf das Urteil berichtet. Die Begründung: KI sei zwar Effizienztreiber, aber das Arbeitsverhältnis dürfe nicht einseitig zulasten der Beschäftigten aufgelöst werden, solange Umschulungs- und Versetzungsmöglichkeiten bestehen. Das Urteil ist ein scharfer Kontrast zu den Massenentlassungen bei US-Firmen wie Cloudflare oder Amazon, die KI offen als Grund nennen. Für österreichische und deutsche Betriebe ist das ein Vorgeschmack: Bei einer KI-bedingten Reorganisation greifen das hiesige Kündigungsschutz- und Sozialplan-Recht noch deutlich stärker als in den USA.
Quelle: Fortune