AGI & Frontier-Modelle
Google I/O startet heute – Gemini 4.0, Android XR-Brille und Aluminium OS erwartet
Google eröffnet am 19.5. um 19 Uhr (MESZ) seine zweitägige Entwicklerkonferenz I/O 2026 im Shoreline Amphitheatre in Mountain View; Schwerpunkte laut Google-Blog und Android Central sind eine neue Generation des Spitzenmodells Gemini (voraussichtlich „Gemini 4.0“), agentische Programmierwerkzeuge (KI-Assistenten, die selbständig Code-Aufgaben erledigen), erste Endgeräte zur Android-XR-Brille (mit Partnern Samsung, Warby Parker und XREAL) sowie das angekündigte neue Betriebssystem „Aluminium OS“ als Verschmelzung von Android und ChromeOS. Erwartet werden zusätzlich Updates zu Veo (Video-KI), Lyria (Musik-KI) und Beam (3D-Videokonferenz). Für Nutzerinnen und Nutzer im DACH-Raum dürfte vor allem zählen, wie schnell die neuen Gemini-Funktionen in Android-Smartphones, Chrome und Workspace ankommen.
Quelle: Android Central
KI-Training & Forschung
Isomorphic Labs sammelt 2,1 Milliarden Dollar – Alphabet-Tochter will KI-Arzneimittel beschleunigen
Das Londoner Unternehmen Isomorphic Labs – 2021 aus Google DeepMind ausgegründet und auf KI-gestützte Wirkstoffsuche spezialisiert – hat am 12.5. eine Series-B-Finanzierung über 2,1 Milliarden Dollar abgeschlossen; Lead-Investor ist Thrive Capital, mit dabei sind Alphabet, GV, Capital G, der emiratische Staatsfonds MGX, Singapurs Temasek und der UK Sovereign AI Fund. Mit dem Geld soll der KI-Designmotor ausgebaut werden, der auf der Nobelpreis-gekrönten AlphaFold-Technologie aufbaut und Eiweißstrukturen für Medikamentenkandidaten vorhersagt. Isomorphic gilt damit als eine der bestfinanzierten KI-Pharmafirmen weltweit. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das mittelfristig potenziell deutlich schnellere Wege von der Forschung zur Therapie – auch in Bereichen, in denen bisher kaum Medikamente existieren.
Quelle: Isomorphic Labs
Industrie & Markt
Anthropic schließt 30-Milliarden-Dollar-Runde – Bewertung springt auf 900 Milliarden
Das KI-Unternehmen Anthropic (Hersteller von Claude) hat sich nach Berichten von WSJ und Financial Times auf eine neue Finanzierungsrunde von rund 30 Milliarden Dollar geeinigt; die Bewertung steigt damit auf etwa 900 Milliarden Dollar – fast eine Verdreifachung gegenüber 350 Milliarden Dollar vor drei Monaten. Angeführt wird die Runde von Dragoneer, Greenoaks, Sequoia und Altimeter, jeder Investor soll mindestens 2 Milliarden Dollar beisteuern; der Abschluss wird noch im Mai erwartet. Anthropic würde damit erstmals den letzten OpenAI-Wert von 852 Milliarden Dollar übertreffen. Für die Wirtschaft heißt das: Die Bewertungen der KI-Spitzenanbieter erreichen Größenordnungen, die einzelne börsennotierte Konzerne (Microsoft, Apple) noch vor wenigen Jahren brauchten – mit entsprechenden Risiken für Anleger, falls der KI-Boom abkühlt.
Quelle: Wall Street Journal
Meta sortiert 7.000 Mitarbeitende auf KI um – Mittwoch folgen 8.000 Kündigungen
Meta hat seiner Belegschaft am 18.5. per internem Memo mitgeteilt, dass 7.000 Mitarbeitende in vier neu gegründete KI-Teams versetzt werden; diese sollen mit „KI-nativen Strukturen“ und deutlich weniger Führungsebenen arbeiten, wie die New York Times berichtet. Parallel werden am Mittwoch rund 8.000 Stellen (etwa 10 % der Belegschaft) gestrichen, die Benachrichtigungen sollen um 4 Uhr Ortszeit verschickt werden. CEO Mark Zuckerberg hat zuletzt angekündigt, 2026 zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar in den Ausbau der KI zu investieren – mehr als das Vierfache des Wertes von 2022. Für andere Konzerne (auch im DACH-Raum) wird das ein Signalcharakter haben: Meta nutzt seine KI-Investitionen ausdrücklich, um Personal abzubauen.
Quelle: New York Times
Ehemaliger xAI-Mitgründer Babuschkin sammelt 1 Milliarde Dollar für „River AI“
Der frühere xAI-Mitgründer Igor Babuschkin verhandelt nach Forbes-Informationen über bis zu 1 Milliarde Dollar für sein neues KI-Forschungslabor „River AI“ – Bewertung: bis zu 5 Milliarden Dollar; General Catalyst soll die Runde anführen, Babuschkin selbst plant bis zu 100 Millionen Dollar aus dem eigenen Vermögen mit einzubringen. River AI hat bislang weder Produkt noch Umsatz – und reiht sich damit in eine wachsende Welle an „Neolabs“ (KI-Forschungslabore, die schon vor dem ersten Produkt im Milliardenbereich finanziert werden) ein. Babuschkin arbeitete vor xAI bei DeepMind. Für die KI-Branche heißt das: Top-Forscher können inzwischen praktisch ohne Geschäftsmodell Milliardenbewertungen aufrufen – die Kapitalmenge im KI-Markt übersteigt die Zahl reifer Geschäftsmodelle bei Weitem.
Quelle: Forbes