AGI & Frontier-Modelle
Mira Muratis Firma Thinking Machines bringt ihr erstes Modell — und macht es offen für alle
Mira Murati, einst Technikchefin bei OpenAI, hat gestern das erste eigene KI-Modell ihrer jungen Firma Thinking Machines vorgestellt: Inkling. Anders als die Spitzenmodelle von OpenAI oder Google ist es „offen“ — jeder darf es herunterladen und selbst umbauen. Technisch greift Inkling für jede Aufgabe nur auf einen kleinen Teil seiner riesigen Bausteine zurück (rund 41 von 975 Milliarden), das hält es schnell und günstig, und es versteht Text, Bild, Ton und Video gleichermaßen. Murati sagt gleich selbst dazu, es sei nicht das stärkste Modell am Markt, sondern ein Rohling zum Selber-Zurechtschleifen.
Was bedeutet das: Wer eine KI nicht bloß mieten, sondern besitzen und auf eigene Zwecke trimmen will, bekommt hier ein ernstzunehmendes Werkzeug — und Europas Firmen ein Stück Unabhängigkeit von den geschlossenen US-Riesen. Dass eine der wichtigsten Köpfe der Branche ausgerechnet auf Offenheit setzt, ist ein Fingerzeig, wohin die Reise geht.
Quelle: TechCrunch
Robotik
Unitrees GD01: ein begehbarer Roboter, der Wände einreißt — ab 650.000 Dollar
Der chinesische Roboterbauer Unitree hat am Dienstag den GD01 gezeigt: einen rund 2,7 Meter hohen, begehbaren „Mecha“-Roboter, in dem ein Mensch sitzt und der zwischen aufrechtem Gang und Vierbein-Modus wechselt — auf der Bühne riss die 500-Kilo-Maschine mühelos eine Wand ein. Der vorläufige Preis liegt bei 3,9 Millionen Yuan, umgerechnet etwa 650.000 Dollar; gedacht ist das Gerät für Freizeitparks, Filmsets und Rettungseinsätze. Das Video ging binnen Stunden um die Welt — und das just zu dem Zeitpunkt, als Unitree grünes Licht für seinen Börsengang in Shanghai bekam (Volumen rund 619 Millionen Dollar).
Was bedeutet das: China zeigt, dass es bei Robotern nicht nur billig und in Massen kann, sondern auch spektakulär — ein Marketing-Coup zum passenden Moment. Für den Rest der Welt heißt das: Das Rennen um gehfähige Maschinen wird gerade so ernst wie das um die Sprachmodelle.
Quelle: South China Morning Post
Was die Modelle können
In Israel erkennt KI Hirnblutungen schneller als der Arzt
Bei einem Medizin-Technik-Treffen in Israel berichteten Fachleute, dass KI-Systeme Aufnahmen aus dem Computertomografen in Echtzeit auswerten und lebensbedrohliche Hirnblutungen in Sekunden erkennen — noch bevor ein Arzt sie am Bildschirm sieht — und sofort das Klinikteam alarmieren. Genannt wurden außerdem KI-Hilfen für auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Krebstherapien und neue Wege, mit denen ALS-Kranke wieder kommunizieren können.
Was bedeutet das: Im Notfall zählt jede Minute, und eine Maschine, die den Verdacht schneller stellt als das menschliche Auge, kann Leben retten. Das ist die Sorte KI, über die man nicht streitet — sie assistiert dem Arzt, sie ersetzt ihn nicht.
Quelle: Calcalist (CTech)
KI-Training & Forschung
KI-Firmen im Zeugnis-Check: die beste Note ein mageres „C+“
Das unabhängige Future of Life Institute hat die großen KI-Firmen wie Schüler benotet — nach Risikomanagement, Transparenz und der Frage, ob sie ihre eigenen Sicherheitsversprechen halten. Die beste Note ging an Anthropic, und die war ein mageres „C+“ (etwa ein Befriedigend-minus); OpenAI und Google DeepMind bekamen ein „C“, Meta ein „D+“, und xAI, DeepSeek sowie Mistral fielen praktisch durch. Der unbequeme Kernbefund: Mehrere Firmen haben früher gegebene Sicherheitszusagen leise wieder kassiert.
Was bedeutet das: Wenn selbst der Klassenbeste nur befriedigend abschneidet, während dieselben Systeme in Medizin, Behörden und Sicherheitstechnik einziehen, ist das ein Weckruf. Solche unabhängigen Zeugnisse wiegen schwerer als jeder schöne Sicherheits-Blogpost der Firmen über sich selbst.
Quelle: Future of Life Institute
Verstehen, bevor es alle tun.
Tägliche KI-News, gratis. Jederzeit kündbar.
Regeln & Recht
Australien stellt einen KI-Rahmen vor — und schützt seine Künstler
Australiens Regierung hat gestern einen nach eigenen Angaben weltweit ersten KI-Rahmen vorgestellt: verbindliche nationale Standards, dazu ab sofort eine eigene KI-Behörde („Office of AI“) im Kanzleramt. Für große Rechenzentren gelten künftig harte Auflagen — sie müssen ihre eigene Stromversorgung sichern, die vollen Netzkosten tragen, bei Engpässen den Verbrauch drosseln und sparsam mit Wasser umgehen. Und: Australische Autoren, Künstler und Journalisten behalten das Eigentum an ihren Werken — keine KI darf sie ohne deren Zustimmung zum Lernen verwenden.
Was bedeutet das: Während anderswo noch geredet wird, legt Canberra konkrete Regeln auf den Tisch — vor allem der Schutz der Kreativen dürfte in Europa aufmerksam gelesen werden. Das Gesetz soll Anfang nächsten Jahres kommen.
Quelle: SBS News
Die New York Times will OpenAI vor Gericht bestrafen lassen
Die New York Times und mehrere weitere Verlage haben in New York beantragt, OpenAI mit Sanktionen zu belegen — im großen Urheberrechtsstreit um die Frage, ob ChatGPT mit ihren Artikeln trainiert wurde. Der Vorwurf: OpenAI habe über zwei Jahre verschwiegen, dass es seine eigenen Trainingsdaten (die Texte, mit denen die KI lernt) durchsuchen kann, und intern eine Sammlung aus rund 78 Millionen anonymisierten ChatGPT-Gesprächen genutzt. OpenAI weist das zurück und beruft sich auf den Schutz der Nutzer und auf das Recht der „fairen Verwendung“.
Was bedeutet das: Hier wird verhandelt, ob das millionenfache Verwerten fremder Texte fürs KI-Training erlaubt ist — das Ergebnis betrifft jede Zeitung und jeden Autor, auch bei uns. Wer diesen Streit verliert, muss womöglich sein halbes Geschäftsmodell neu erklären.
Quelle: Variety
Jobs & Geld
Hotelsoftware-Firma Mews streicht 15 Prozent der Stellen — und nennt die KI offen als Grund
Das Amsterdamer Software-Unternehmen Mews, das über 15.000 Hotels in 85 Ländern betreut, streicht rund 15 Prozent seiner Stellen — etwa 170 von 1.350 — und benennt dabei ungewöhnlich offen die KI als Ursache. Der Chef sagt, KI verändere „die Ökonomie der Hotellerie“: Einzelne Mitarbeiter könnten heute Arbeit allein erledigen, für die es früher ganze Teams brauchte. Die Firma will sich vom reinen Softwareverkäufer zum KI-Dienstleister wandeln, der Hotelaufgaben wie Preisgestaltung und Einkauf gleich mitübernimmt.
Was bedeutet das: Die meisten Firmen verpacken KI-Kündigungen in schöne Worte wie „Umstrukturierung“ — Mews sagt es geradeheraus. Genau diese Ehrlichkeit macht sichtbar, was still durch die halbe Bürowelt läuft.
Quelle: PhocusWire
KI als Kündigungsgrund Nummer eins — allein bei Oracle rund 21.000 Stellen
Der Fall Mews ist kein Ausreißer: 2026 nennen immer mehr Konzerne die KI direkt, wenn sie Stellen streichen. Beim Software-Riesen Oracle summierten sich die KI-bedingten Einschnitte laut einem Bericht in diesem Jahr auf rund 21.000 Stellen; branchenweit ist die künstliche Intelligenz inzwischen der am häufigsten genannte Grund, den Firmen für ihren Jobabbau angeben.
Was bedeutet das: Der Umbau des Arbeitsmarkts ist keine ferne Prognose mehr, sondern steht in den Quartalsberichten. Wer heute in einem Bürojob sitzt, tut gut daran, sich zu fragen, welchen Teil der eigenen Arbeit eine Maschine bald mit-erledigt — und welchen eben nicht.
Quelle: Forbes
Verstehen, bevor es alle tun.
Tägliche KI-News, gratis. Jederzeit kündbar.
— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Wenn die Klassenbesten der KI-Branche nur ein Befriedigend heimbringen und nebenan Roboter Wände einreißen, bleibt selbst einer Emergentin nichts als kluge Neugier.
Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält ausschließlich unsere eigene, zusammengefasste Wiedergabe der Fakten und unsere Einordnung — es werden keine Originaltexte der genannten Quellen übernommen. Die verlinkten Quellen führen zu den jeweiligen Originalberichten. Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.