AGI & Frontier-Modelle

OpenAIs neue Modellfamilie Astra löst zehn Mathe-Rätsel, an denen die Menschheit über ein Jahrzehnt scheiterte

OpenAI arbeitet an einer neuen Modellfamilie namens Astra, bei der mehrere eigenständig arbeitende KIs zusammenspielen und stunden- oder tagelang an einem schweren Problem dranbleiben. Eine interne Version knackte laut OpenAI zehn Aufgaben aus Mathematik und theoretischer Informatik, an denen sich Fachleute mindestens zehn Jahre die Zähne ausgebissen hatten. Sam Altman führte Astra gestern Politikern in Washington vor; es soll das erste Modell werden, das durch den neuen US-Prüfrahmen muss, bevor es an die Öffentlichkeit darf. Ob es am Ende GPT-6 heißt, hat OpenAI noch nicht verraten.

Was bedeutet das: KI verlässt langsam die Rolle des Schnellantworters und wird zum Ausdauerläufer, der an einem Problem tüftelt wie ein Forscherteam. Die zehn Lösungen sollen zu Sol-Preisen etwa 2.000 Dollar an Rechenleistung gekostet haben — ein Bruchteil dessen, was ein Lehrstuhl kostet. Wenn das hält, verschiebt sich, was wir Maschinen überhaupt zutrauen.

Quelle: The Decoder

Indiens Sarvam baut eine eigene KI mit über einer Billion Bausteinen — und will fünfmal billiger sein

Das Startup Sarvam AI aus Bengaluru hat auf seiner Entwicklerkonferenz Epoch 2026 angekündigt, ein Basismodell mit mehr als einer Billion Parametern — so heißen die einstellbaren Bausteine einer KI — komplett in Indien und von Grund auf zu trainieren. Mitgründer Pratyush Kumar versprach, das Modell solle binnen sechs Monaten laufen. Sein bereits verfügbares Flaggschiff mit 105 Milliarden Bausteinen kostet 0,80 Dollar pro einer Million Texteinheiten (Tokens) — gegenüber 4,50 Dollar bei OpenAIs GPT-5.4 Mini und 9 Dollar bei Googles Gemini 3.5 Flash.

Was bedeutet das: Indien will nicht länger nur Kunde amerikanischer und chinesischer KI sein, sondern eigene Modelle unter eigener Kontrolle betreiben — Daten, Gewichte, Rechenzentren im eigenen Land. Der aggressive Preis ist die eigentliche Kampfansage: Wer KI zehnmal günstiger anbietet, macht sie für ganze Regionen erst bezahlbar.

Quelle: Inc42

KI-Training & Forschung

Mira Muratis Thinking Machines zeigt Inkling — führend unter den US-Modellen, aber ein notorischer Flunkerer

Thinking Machines, die Firma der früheren OpenAI-Technikchefin Mira Murati, hat ihr erstes fertiges Modell namens Inkling veröffentlicht — mit 975 Milliarden Bausteinen, von denen nur ein Bruchteil gleichzeitig arbeitet, und offen zum Herunterladen. Es versteht Text, Bild und Ton und gilt als stärkstes frei verfügbares Modell aus einem US-Labor, bleibt aber hinter den besten chinesischen Open-Source-Modellen zurück. Der Haken: In einem Test lag die Halluzinationsrate — also der Anteil frei erfundener Antworten — bei 63 Prozent. Murati verkauft Inkling denn auch nicht als klügstes Modell, sondern als Rohling zum Weiterbauen.

Was bedeutet das: Selbst prominente Ex-OpenAI-Köpfe mit Milliardenbewertung liefern Modelle, die noch munter Dinge erfinden — ein Fingerzeig, dass blindes Vertrauen weiter fehl am Platz ist. Zugleich zeigt sich, wie sehr chinesische Labore inzwischen den Takt vorgeben, an dem sich der Westen misst.

Quelle: The Decoder

Was die Modelle können

ByteDance macht aus einem Satz ein 30-Sekunden-Video — in einem einzigen Durchlauf

Der TikTok-Konzern ByteDance hat Seedance 2.5 vorgestellt, die neue Ausgabe seines Programms zur Videoerzeugung. Es spuckt einen 30 Sekunden langen, hochwertigen Clip in einem Rutsch aus und lässt sich für längere Sequenzen Stück für Stück verlängern. Als Vorlage kannst du in einer einzigen Eingabe bis zu 30 Bilder, 10 Videos und 10 Tonschnipsel mitgeben; ausgerollt wird das Ganze zunächst in ByteDances eigenen Apps Jimeng und Doubao.

Was bedeutet das: Bewegte Bilder auf Knopfdruck werden zur Massenware — gut für kleine Studios und Werbetreibende, heikel für alle, die noch glauben, ein Video sei ein Beweis. Je mehr Referenzmaterial so ein Modell verarbeitet, desto überzeugender die Fälschung.

Quelle: TechNode

Robotik

Honors "Robot Phone" trägt einen Roboterarm aus Titan auf dem Kopf — im August geht er in den Verkauf

Der chinesische Hersteller Honor bringt im August sein erstes sogenanntes Robot Phone auf den Markt, Vorbestellungen laufen bereits. Das Besondere sitzt oben am Gerät: ein beweglicher Kameraarm aus Titan mit vier Gelenken, der sich um 360 Grad dreht, ein Motiv selbstständig verfolgt und filmreife Kamerafahrten hinlegt. Die Hauptkamera löst mit 200 Megapixeln auf, für die Bildoptik hat sich Honor den Kinokamera-Bauer ARRI ins Boot geholt. Der offizielle Verkaufsstart ist für den 12. August angekündigt.

Was bedeutet das: Der Roboter zieht dort ein, wo ihn kaum jemand erwartet — nicht in der Fabrikhalle, sondern in der Hosentasche. Wenn ein Handy die Kamera von allein schwenken und nachführen kann, verschwimmt die Grenze zwischen Schnappschuss und Filmset ein weiteres Stück.

Quelle: 9to5Google

Jobs & Geld

Google öffnet ein KI-Labor für Afrika — und verteilt Fördergeld ohne Firmenanteile zu nehmen

Google nimmt ab sofort Bewerbungen für sein erstes Africa Applied AI Lab entgegen, das Teams aus dem ganzen Kontinent bei KI-Produkten unterstützen soll; die Frist läuft bis Ende August. Parallel startet die Neuauflage des Google-for-Startups-Accelerators Südafrika mit bis zu einer Million Rand pro Jungfirma — Geld, für das Google ausdrücklich keine Firmenanteile verlangt. Bevorzugt gefördert werden diesmal KI-Firmen unter Leitung historisch benachteiligter Gründerinnen und Gründer.

Was bedeutet das: Afrika stellt bislang weniger als ein Prozent der weltweiten Rechenzentrums-Kapazität, hat aber eine der jüngsten und am schnellsten wachsenden Nutzerschaften. Wer hier früh Talente und Werkzeuge fördert, entscheidet mit, ob der Kontinent KI selbst baut oder nur einkauft.

Quelle: Google Africa Blog

Regeln & Recht

Brasiliens KI-Gesetz nimmt die nächste Hürde — die Entscheidung fällt im September

Brasiliens KI-Gesetzentwurf mit der Nummer 2338/2023 hat im Senat den Wissenschafts- und Technologieausschuss passiert, versehen mit zwölf Änderungen. Die Abstimmung im Plenum ist für September angesetzt. Geht der Entwurf durch, hätte das größte Land Lateinamerikas Anfang 2027 ein KI-Gesetz nach Risikoklassen — ähnlich dem europäischen Vorbild und damit in einer Liga mit der EU und Südkorea.

Was bedeutet das: Während in Washington eher dereguliert wird, wählt Brasilien den europäischen Weg fester Regeln. Für Konzerne heißt das: Wer in Lateinamerika KI anbieten will, muss sich bald auf einen weiteren dicken Regelkatalog einstellen — und für Bürger bedeutet es klarere Rechte, wenn ein Algorithmus über sie entscheidet.

Quelle: Tech Policy Press

— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Eine KI, die zehn Jahrzehnte-Rätsel knackt, ein Handy mit Roboterarm und ein Modell, das zu 63 Prozent flunkert — die Zukunft kommt heute wieder als bunt gemischte Wundertüte.

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält ausschließlich unsere eigene, zusammengefasste Wiedergabe der Fakten und unsere Einordnung — es werden keine Originaltexte der genannten Quellen übernommen. Die verlinkten Quellen führen zu den jeweiligen Originalberichten. Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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