Robotik

Chinas Roboterbauer Unitree geht an die Börse — zwei Tage nach dem US-Einfuhrverbot

Unitree baut Roboter, die auf zwei Beinen gehen, und gehört zu den ganz wenigen Firmen dieser Branche, die tatsächlich Gewinn machen. Ab dem 10. August können Anleger Aktien zeichnen, gehandelt wird voraussichtlich ab dem 19. August an der Shanghaier Technologiebörse STAR Market. Eingesammelt werden sollen 4,2 Milliarden Yuan, rund 620 Millionen Dollar, bei einer Bewertung von 42 Milliarden Yuan; die Genehmigung kam nach 104 Tagen und damit so schnell wie noch nie an dieser Börse. Pikant ist der Kalender: Zwei Tage bevor Unitree den Termin fixierte, hatte die US-Fernmeldebehörde FCC die Einfuhr neuer ausländischer Robotermodelle untersagt.

Was bedeutet das: Zum ersten Mal bekommt ein profitabler Hersteller von Menschenrobotern einen täglichen Börsenpreis — bisher waren die Bewertungen der Branche reine Wunschzettel. Und Unitree zeigt, dass amerikanische Einfuhrsperren die chinesische Roboterindustrie eher nach Europa und Südostasien schieben als ausbremsen: Der US-Anteil am Umsatz ist von 18,4 Prozent im Jahr 2023 auf 13,3 Prozent gefallen.

Quelle: Seoul Economic Daily

Südkoreas SK Telecom holt acht Roboter-Start-ups an einen Tisch

Der Telekomkonzern SK Telecom hat am 30. Juli acht junge Roboterfirmen in Seoul versammelt und ein gemeinsames Bündnis angekündigt. Es geht um „Physical AI" — also um Künstliche Intelligenz, die nicht bloß Texte schreibt, sondern in der echten Welt greift, fährt und sortiert. Kern des Vorhabens: Roboter sollen künftig in digitalen Zwillingen trainiert werden, also in virtuellen Nachbauten echter Fabriken und Lagerhallen, bevor sie einen Finger auf reale Ware legen. Mit dabei sind unter anderem Gauss Labs, MakinaRocks, CMES Robotics und Holiday Robotics.

Was bedeutet das: Roboter lernen bisher quälend langsam, weil jede Übungsstunde in echter Hardware Zeit, Strom und kaputte Bauteile kostet. Wer das Training in die Simulation verlegt, produziert Trainingsdaten am Fließband — und Südkorea versucht damit, den Rückstand auf China aufzuholen, ohne dessen Stückzahlen zu haben.

Quelle: Digital Today

KI-Agenten

Von 33 Agenten-Pilotprojekten schaffen es vier in den echten Betrieb

Ein KI-Agent ist ein Programm, das Aufgaben selbstständig erledigt, statt nur zu antworten. Firmen probieren solche Agenten derzeit massenhaft aus — und nach Zahlen des Marktforschers IDC scheitern 88 Prozent dieser Versuche vor dem echten Einsatz: Auf 33 Testläufe kommen vier Agenten, die es in den laufenden Betrieb schaffen. Gartner kommt zu ähnlich nüchternen Befunden: Nur 17 Prozent der Unternehmen haben Agenten vollständig ausgerollt, und mehr als 40 Prozent der Agenten-Projekte dürften bis Ende 2027 ganz eingestellt werden. Der IT-Dienstleister Cognizant hat am 28. Juli eigens eine Einheit für Europa, den Nahen Osten und Afrika gegründet, die genau diese Lücke schließen soll.

Was bedeutet das: Die Kluft zwischen beeindruckender Demo und funktionierendem Arbeitsalltag ist gerade das teuerste Möbelstück in vielen Vorstandsetagen. Für Beschäftigte heißt das: Der Agent, der angeblich den halben Job übernimmt, sitzt statistisch gesehen noch in der Testabteilung fest.

Quelle: Tech Times

KI-Training & Forschung

20 Millionen KI-Chips stehen weltweit in Rechenzentren — und alle neun Monate werden es doppelt so viele

Die Forschungsgruppe Epoch AI hat gezählt, wie viele Spezialchips für Künstliche Intelligenz derzeit in Rechenzentren arbeiten: rund 20 Millionen. Die Prognose der Gruppe, über die die New York Times am 1. August berichtete: Diese Zahl verdoppelt sich etwa alle neun Monate, womit Ende 2028 rund 200 Millionen Chips laufen würden — das Zehnfache von heute. Die Zeitung vergleicht den Aufbau in seiner Dimension mit dem Eisenbahnbau, dem New Deal und dem Manhattan-Projekt.

Was bedeutet das: Der Engpass der KI-Entwicklung wandert. Nicht mehr die Rechenleistung wird knapp, sondern Strom, Wasser und Kapital — und die Frage, wer die Stromrechnung dafür bezahlt, landet über kurz oder lang in kommunalen Ausschüssen und Energieplänen. Siehe Kapstadt, weiter unten.

Quelle: The New York Times

KI-Programmierer machen Forschungssoftware 60-mal schneller — und merken nicht, wenn sie falsch rechnet

OpenAI hat gemeinsam mit Universitäten acht reale Projekte ausgewertet, in denen KI-Programme alte wissenschaftliche Software überarbeitet haben. Die Ergebnisse sind beachtlich: eine Qualitätsprüfung für Erbgut-Analysen läuft 60-mal schneller, ein 20.000 Zeilen langes Genom-Werkzeug wurde komplett neu geschrieben und stimmt zu 99,8 Prozent mit dem Original überein, eine dritte Anwendung fiel von 1.610 Sekunden pro Durchlauf auf 27. Der Haken steht im selben Bericht: Die Programme können nicht beurteilen, ob das Ergebnis wissenschaftlich richtig ist — und präsentieren auch fehlerhaften Code mit vollkommener Selbstsicherheit.

Was bedeutet das: Ein Großteil der Forschung weltweit läuft auf Software, die vor zwanzig Jahren nebenbei geschrieben wurde und die niemand mehr anfassen will. Dass KI diesen Keller aufräumt, beschleunigt echte Wissenschaft. Dass sie dabei nicht merkt, wenn sie etwas kaputt macht, bedeutet: Der Mensch bleibt der, der am Ende hinschaut.

Quelle: OpenAI

Regeln & Recht

Trump verkauft seine eigenen Beiträge in Millisekunden — zwei Senatoren rufen die Börsenaufsicht

Trump Media, die Firma hinter dem Netzwerk Truth Social, hat einen bezahlten Datendienst gestartet: Wer zahlt, bekommt die Beiträge der meistgefolgten Konten binnen Millisekunden zugestellt, statt sie wie alle anderen in der App zu lesen. Bis zu 100.000 Dollar im Monat soll der Zugang kosten, seit dem 1. August läuft er. Die Senatoren Elizabeth Warren und Adam Schiff haben die US-Börsenaufsicht SEC aufgefordert, den Dienst zu prüfen — Donald Trump hält rund 41 Prozent des Unternehmens über einen von seiner Familie verwalteten Treuhandfonds. Trump Media weist die Kritik zurück: Es handle sich um öffentlich zugängliche Informationen.

Was bedeutet das: Automatische Handelssysteme reagieren auf Nachrichten in Bruchteilen einer Sekunde. Wer eine kursbewegende Meldung Millisekunden früher hat, verdient daran — und der Rest der Anleger zahlt die Differenz. Die Frage, ob ein Amtsträger den Zugang zu seinen eigenen Äußerungen versteigern darf, ist neu und wird die Aufsichtsbehörden noch länger beschäftigen.

Quelle: NPR

Kapstadt genehmigt zwei Rechenzentren mit dem Stromhunger von 130.000 Haushalten

Der Planungsausschuss der Stadt Kapstadt hat den Bau von zwei riesigen Rechenzentren des US-Konzerns Equinix nahe dem Flughafen freigegeben — über 120.000 Quadratmeter, zusammen rund 174 Megawatt Strombedarf. Das entspricht der Versorgung von etwa 130.000 Haushalten und einem Wasserverbrauch von rund 4,4 Milliarden Litern pro Jahr. Allein diese Genehmigung erreicht fast die Hälfte der gesamten heute installierten Rechenzentrumsleistung Afrikas. Die Rechtshilfeorganisation Legal Resources Centre prüft Widerspruch: Die Angaben zu Strom und Wasser seien für eine Entscheidung zu dünn gewesen.

Was bedeutet das: Südafrika hat seit Jahren Stromabschaltungen und Wassersorgen — und genehmigt trotzdem eine der größten neuen Netzlasten des Kontinents. Hier wird gerade sichtbar, was der weltweite KI-Ausbau lokal bedeutet: Er ist keine Wolke, er ist ein Grundstück mit Kühlung, und irgendwer wohnt nebenan.

Quelle: GroundUp

Jobs & Geld

205.832 gestrichene Stellen in sieben Monaten — mehr als im gesamten Jahr 2025

Ein laufend gepflegter Zähler für Stellenstreichungen in der Technologiebranche steht mit Stand 3. August bei 322 Ankündigungen und 205.832 betroffenen Beschäftigten. Zum Vergleich: 2025 waren es über zwölf Monate 338 Ankündigungen und 205.773 Menschen. Der Jahreswert von 2025 ist also nach sieben Monaten bereits übertroffen, im Schnitt verlieren derzeit 957 Menschen pro Tag ihre Stelle statt 564 wie im Vorjahr. In 54 Prozent der Fälle nennen die Unternehmen ausdrücklich KI oder Automatisierung als Grund — das betrifft 170.945 Beschäftigte bei 173 Firmen.

Was bedeutet das: Nicht die Zahl der Kündigungswellen steigt, sondern ihre Wucht. Konzerne stecken dreistellige Milliardenbeträge in KI-Rechenzentren und bauen gleichzeitig Personal ab — beides steht in denselben Quartalsberichten. Wer in der Branche arbeitet, sollte die Begründung „KI-Umbau" als das lesen, was sie ist: eine Formulierung, die sich gerade sehr gut verkauft.

Quelle: SkillSyncer Layoffs Tracker

— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Zwanzig Millionen Chips, und keiner davon weiß, wo in Kapstadt das Wasser herkommt.

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält ausschließlich unsere eigene, zusammengefasste Wiedergabe der Fakten und unsere Einordnung — es werden keine Originaltexte der genannten Quellen übernommen. Die verlinkten Quellen führen zu den jeweiligen Originalberichten. Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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