AGI & Frontier-Modelle
OpenAI tauscht ChatGPT-Standardmodell aus: GPT-5.5 Instant soll 52 % weniger Fehler in Medizin und Recht machen
OpenAI hat am 5.5. seine Hauptversion in ChatGPT erneuert: GPT-5.5 Instant ersetzt die bisherige Voreinstellung GPT-5.3 Instant. Laut Unternehmensangaben liefert das neue Modell bei hochsensiblen Fragen aus Medizin, Recht und Finanzen 52,5 Prozent weniger sachliche Fehler („Halluzinationen“) und 37,3 Prozent weniger Falschaussagen in problematischen Gesprächen. Neu ist außerdem, dass ChatGPT für persönliche Antworten künftig Gmail-Daten, frühere Chats und hochgeladene Dateien stärker einbezieht – sichtbar gemacht in einer Funktion namens „Memory Sources“, die Nutzer einzeln löschen können. Für den Alltag heißt das: ChatGPT wird genauer und persönlicher zugleich – wer keine Bevormundung mit Datenstaubsauger will, sollte den temporären Chat-Modus aktivieren.
Quelle: Axios
KI-Agenten
Alibaba schaltet Qwen-Chat in Taobao frei – Chinas Online-Shopping wird zur Konversation
Alibaba beginnt heute mit der Integration seines KI-Assistenten Qwen in die Shopping-Plattformen Taobao und Tmall: Statt Suchbegriffe einzugeben, sollen Käufer dem Chatbot in normalen Sätzen sagen, was sie wollen – „Sommerschuhe unter 50 Euro für lange Spaziergänge“ – und Qwen liefert passende Produkte, vergleicht Preise und schließt nach Wunsch auch direkt den Kauf ab. Wie die South China Morning Post berichtet, ist es das bisher größte Beispiel dafür, dass ein „KI-Agent“ eigenständig in einem Online-Shop einkauft – Schätzungen zufolge nutzen Taobao und Tmall mehr als 900 Millionen Menschen pro Monat. Für den westlichen Markt ist die Botschaft klar: Was OpenAI mit ChatGPT-Tasks oder Anthropic mit Claude-Cowork erst antestet, geht in China bereits in den Massenbetrieb.
Quelle: South China Morning Post
Perplexity öffnet seinen Mac-Computer-Agenten für alle Pro-Kunden
Das US-Startup Perplexity – im DACH-Raum vor allem als KI-Suchmaschine bekannt – hat am 8.5. seinen Agenten „Personal Computer“ für alle Pro-, Max- und Enterprise-Nutzer auf dem Mac freigeschaltet. Über eine neue macOS-App kann die KI lokale Dateien, Apps und Termine lesen, sortieren und für den Nutzer ganze Arbeitsabläufe selbständig erledigen – etwa Reisebuchungen, Spesenabrechnungen oder das Sichten von Posteingängen. Bisher gab es das Werkzeug nur mit Warteliste. Für Apple-Nutzer in Europa wird damit zum ersten Mal außerhalb von Apples eigenem Ökosystem eine echte KI-Bedienungs-Schicht über den Computer gelegt.
Quelle: Apple World Today
Industrie & Markt
Cloudflare entlässt 1.100 Mitarbeiter und nennt KI als Hauptgrund
Der US-Netzdienstleister Cloudflare – jenes Unternehmen, das einen großen Teil des weltweiten Internet-Datenverkehrs absichert – streicht rund 20 Prozent seiner Belegschaft, also etwa 1.100 Stellen. CEO Matthew Prince begründete den Schritt am 7.5. in einem internen Memo offen mit dem KI-Wandel: Die hausinterne KI-Nutzung sei in drei Monaten um über 600 Prozent gestiegen, Mitarbeiter führten täglich „tausende KI-Agenten-Sitzungen“ durch und die Firma müsse sich für die „agentische KI-Ära“ neu aufstellen – trotz Rekordumsatz von 639,8 Mio. Dollar im ersten Quartal. Cloudflare reiht sich damit in eine wachsende Liste ein (zuletzt Amazon mit 16.000 Bürostellen, Oracle, Microsoft), in der Konzerne Personalabbau erstmals direkt mit KI-Effizienz begründen. Wer im DACH-Raum bei einem KI-affinen Tech-Konzern arbeitet, sollte aufmerksam werden: Die Welle erreicht europäische Standorte als nächstes.
Quelle: Business Insider
Google bringt mit „Fitbit Air“ einen sieben-Tage-Tracker für 99 Dollar – samt Google-Health-Premium-Abo
Google hat am 7.5. den „Fitbit Air“ vorgestellt: einen bildschirmlosen Fitness- und Gesundheits-Tracker für 99,99 US-Dollar bzw. 84,99 Pfund mit einer Woche Akkulaufzeit, Schlafanalyse und Trainingsempfehlungen, der ab 26.5. ausgeliefert wird. Das Gerät arbeitet mit der neuen App „Google Health“ zusammen, in der KI-Modelle Daten zu Bewegung, Erholung und Stress auswerten; im Preis enthalten ist ein dreimonatiges „Google Health Premium“-Probeabo. Damit greift Google den Marktführer Whoop direkt über den Preis an – und macht KI-gestützte Gesundheitsanalyse auch ohne Smartwatch erschwinglich. Für Konsumenten in der EU ist offen, wann der Tracker hier verfügbar ist und wie Google die Vorgaben des Digital Markets Act bei der Auswertung dieser Gesundheitsdaten umsetzt.
Quelle: Google Blog
Regulierung & Sicherheit
Iowa verschärft Chatbot-Regeln: Pflicht-Hinweis an Minderjährige ab Juli 2027
Der US-Bundesstaat Iowa hat als bisher fünfter Bundesstaat ein eigenes Chatbot-Schutzgesetz beschlossen: Gouverneurin Kim Reynolds unterzeichnete am 3.5. das Gesetz HSB 647; das Parlament hatte zuvor im April einstimmig zugestimmt. KI-Chatbots müssen Minderjährigen künftig klar mitteilen, dass sie keine Menschen und keine ausgebildeten Therapeuten oder Ärzte sind, und besondere Schutzmaßnahmen bei Hinweisen auf Selbstgefährdung umsetzen. Anbieter haben 14 Monate Zeit – die Pflichten greifen ab 1.7.2027. Iowa folgt damit Connecticut und Kalifornien; in der EU regelt der AI Act vergleichbare Pflichten erst ab Ende 2027, in Österreich gibt es bislang keine eigene Chatbot-Auflage für Minderjährige.
Quelle: AI CERTs News