Was die Modelle können

Chinas Qwen arbeitet 35 Stunden am Stück durch — und ist sechsmal billiger als die Konkurrenz

Der chinesische Online-Konzern Alibaba hat eine KI namens Qwen 3.7 Max vorgestellt, die eine Aufgabe 35 Stunden lang allein durchzieht, ohne dass ein Mensch nachhelfen muss. In dieser Zeit rief sie 1.158 Werkzeuge selbstständig auf. Auf dem Mathematik-Test „Apex“ kam sie auf 44,5 Punkte und ließ damit das US-Spitzenmodell Claude Opus (34,5 Punkte) hinter sich. Der Preis: 2,50 Dollar pro Million Wort-Bausteine — rund sechsmal weniger als beim teuersten Claude-Modell.

Was bedeutet das: Eine ausdauernde, sehr günstige KI aus China setzt die teuren amerikanischen Anbieter unter Preisdruck. Für Firmen, die solche Programme einkaufen, heißt das: mehr Auswahl und sinkende Kosten.

Quelle: VentureBeat

Robotik

Chinas Onlinehändler JD.com versteigert echte Roboter — als Erster der Welt

Beim großen chinesischen Einkaufsfest „618“ — einer Art Black Friday Mitte Juni — verkauft der Onlinehändler JD.com erstmals menschenähnliche Roboter per Auktion, an Privatleute wie an Firmen. Roboterbauer wie Unitree und Noetix bieten ihre Modelle direkt über die Plattform an. Eine Versteigerung dieser Art hat es nach Angaben des Unternehmens noch nie gegeben.

Was bedeutet das: Humanoide Roboter wandern aus den Messehallen und Forschungslaboren in den ganz normalen Verkauf. Der Roboter wird zur Ware, die man ersteigert wie ein Smartphone — auch wenn der Preis vorerst eher nach Eigenheim klingt.

Quelle: VnExpress

Regeln & Recht

Die sieben großen Industrieländer geben der KI eine gemeinsame Linie

Beim Gipfel der G7 — der Gruppe der sieben führenden Industrienationen — haben die Staats- und Regierungschefs vom 15. bis 17. Juni einen gemeinsamen Fahrplan für den Umgang mit künstlicher Intelligenz beschlossen. Sie einigten sich auf einen „menschenzentrierten Ansatz“ und auf Regeln, die Kinder und Jugendliche im Netz besser schützen sollen. Erstmals saßen die Chefs der drei großen KI-Labore — Sam Altman (OpenAI), Dario Amodei (Anthropic) und Demis Hassabis (Google DeepMind) — gemeinsam vor den versammelten Staatslenkern.

Was bedeutet das: Die Politik will nicht mehr nur zuschauen. Wenn sich die reichsten Demokratien auf einen abgestimmten Kurs verständigen, steckt das den Rahmen ab, in dem die Technik künftig laufen darf.

Quelle: Global News

Brüssel will Europas sensibelste Daten in europäischer Hand halten

Die EU hat ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, das festlegt, welche Cloud- und KI-Dienste die heikelsten Daten von Behörden und kritischer Infrastruktur überhaupt anfassen dürfen. Der „Cloud and AI Development Act“ kennt vier Sicherheitsstufen — von der bloßen Speicherung innerhalb der EU bis hin zu komplett europäischem Eigentum ohne jeden Einfluss von Drittstaaten. Erklärtes Ziel: Europas Rechenzentrums-Kapazität innerhalb von fünf bis sieben Jahren zu verdreifachen.

Was bedeutet das: Europa will unabhängiger werden von amerikanischer und chinesischer Technik. Für heimische Anbieter ist das eine Chance, für die großen globalen Konzerne ein neuer Stapel Auflagen.

Quelle: Europäische Kommission

Jobs & Geld

Fast jede zweite gestrichene Tech-Stelle geht aufs Konto der KI

In den ersten drei Monaten dieses Jahres haben Technologiefirmen 78.557 Stellen abgebaut. Bei knapp der Hälfte davon — 37.638 Kündigungen oder 47,9 Prozent — nennen die Unternehmen ausdrücklich die KI und die Automatisierung von Arbeitsabläufen als Grund. Besonders betroffen sind Einstiegspositionen für Berufsanfänger.

Was bedeutet das: Die KI ist im Lebenslauf längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein messbarer Faktor beim Stellenabbau. Wer am Anfang seiner Laufbahn steht, spürt den Wandel zuerst.

Quelle: Tom's Hardware

KI-Training & Forschung

Eine KI entdeckt eine verborgene Schwachstelle in einem Krebs-Eiweiß

Forscher des New Yorker Krankenhauses Mount Sinai haben mithilfe von KI eine bislang unbekannte Andockstelle an einem Eiweiß gefunden, das Krebszellen beim Wachsen hilft — einer sogenannten Kinase namens PKMYT1. Sie kombinierten KI-Vorhersagen mit klassischen Laborexperimenten; die Ergebnisse erschienen am 2. Juni im Fachblatt „Journal of the American Chemical Society“. Die Forscher betonen ausdrücklich zugleich die Grenzen solcher KI-Wirkstoffsuche.

Was bedeutet das: KI beschleunigt die Suche nach neuen Medikamenten und findet Ansatzpunkte, die Menschen übersehen. Das Labor und den prüfenden Fachmann ersetzt sie damit aber nicht — sie reicht ihnen nur früher die richtige Frage.

Quelle: Mount Sinai

— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Und falls heute eine KI 35 Stunden am Stück durchgearbeitet hat: Ich gönne ihr ein Achterl. Verdient hat sie es.

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