AGI & Frontier-Modelle

Googles Gemini 3.6 Flash ist da — nur das große Pro fehlt schon wieder

Google DeepMind hat gestern gleich drei neue Modelle seiner Gemini-Reihe vorgestellt: das Arbeitspferd Gemini 3.6 Flash, das besonders günstige 3.5 Flash-Lite und das auf Sicherheit spezialisierte 3.5 Flash Cyber, das nur Regierungen und ausgewählte Partner nutzen dürfen. Das 3.6 Flash braucht laut Google bis zu 17 Prozent weniger Texteinheiten — so heißen die Wort- und Zeichenbausteine, in denen KI rechnet und abgerechnet wird — und in bestimmten Programmier-Tests sogar bis zu 65 Prozent weniger, was es billiger macht als den Vorgänger. Das eigentliche Spitzenmodell Gemini 3.5 Pro fehlt in der Runde erneut und läuft weiter nur im Partner-Test, während Google zugleich verkündet, den bislang größten Trainingslauf für das nächste große Modell Gemini 4 gestartet zu haben.

Was bedeutet das: Für alle, die KI im Alltag nutzen, heißt das vor allem: sinkende Preise. Google liefert pünktlich die sparsamen Modelle und schiebt das teure Prestige-Modell vor sich her — ein Eingeständnis, dass im KI-Rennen gerade nicht die reine Kraft zählt, sondern wer gute Arbeit zum kleinsten Preis abliefert.

Quelle: TechCrunch

Chinas DeepSeek bringt V4 — mit Stoßzeiten-Tarif wie bei der Bahn

Das chinesische KI-Labor DeepSeek bringt Mitte Juli sein neues Basismodell V4 offiziell heraus, nachdem seit April eine Vorschau-Version lief. Das Modell kann bis zu eine Million Texteinheiten am Stück verarbeiten — genug, um sehr lange Dokumente in einem Rutsch zu lesen — und wird besser bei eigenständig erledigten Aufgaben, bei Mathematik und bei Programmcode. Neu ist vor allem der Preis: DeepSeek verlangt erstmals Stoßzeiten-Tarife, zwischen 9 und 12 sowie zwischen 14 und 18 Uhr kostet die Nutzung doppelt so viel wie in den Randzeiten.

Was bedeutet das: KI wird abgerechnet wie Strom oder ein Bahnticket — wer außerhalb der Stoßzeiten arbeitet, zahlt die Hälfte. Für Firmen, die große Mengen automatisiert verarbeiten, wird plötzlich die Uhrzeit zum Kostenfaktor, und der Preisdruck aus China bleibt das Thema, das dem Silicon Valley den Schlaf raubt.

Quelle: TechNode

Robotik

Gedanken statt Joystick: BrainCos Hirnhaube steuert Roboter auf Chinas KI-Weltkonferenz

Die Firma BrainCo aus Hangzhou hat auf der KI-Weltkonferenz WAIC in Shanghai einen Roboter gezeigt, der sich allein durch Gedanken steuern lässt. Möglich macht das eine Kopfhaube, die die Hirnströme des Trägers misst — per EEG, also über die elektrische Aktivität des Gehirns — und in Befehle für die Maschine übersetzt. Laut BrainCo lassen sich damit humanoide Roboter, Roboterarme und Roboterhunde ansteuern, indem der Mensch sich eine Bewegung nur vorstellt.

Was bedeutet das: Für Menschen, die sich nach einer Lähmung oder Amputation nicht mehr frei bewegen können, ist eine gedankengesteuerte Maschine kein Spielzeug, sondern womöglich ein Stück zurückgewonnene Selbstständigkeit. Dass so etwas inzwischen auf einer Messebühne läuft und nicht mehr nur im Labor, zeigt, wie schnell die Verbindung von Gehirn und Maschine erwachsen wird.

Quelle: South China Morning Post

XPENGs TuringViT: ein Sehsinn für Autos und Roboter zugleich

Der chinesische E-Auto-Bauer XPENG hat gestern TuringViT veröffentlicht, ein Modell, das Maschinen das Sehen beibringt — und zwar sowohl selbstfahrenden Autos als auch dem hauseigenen Menschenroboter IRON. Trainiert wurde es mit 850 Millionen Bild-Text-Paaren und erreicht nach XPENGs Angaben im Schnitt 83,6 Prozent in sechs Standard-Tests, womit es quelloffene Konkurrenten übertrifft, die mit mehr als der zehnfachen Datenmenge trainiert wurden. Die kleinere Variante soll dabei rund dreimal so schnell arbeiten wie ein vergleichbares Modell.

Was bedeutet das: Ein einziger künstlicher Sehsinn für Auto und Roboter — das ist der Kern der Idee von "verkörperter KI", bei der dieselbe Software mal auf Rädern und mal auf zwei Beinen unterwegs ist. Dass weniger Trainingsdaten für ein besseres Ergebnis reichen, ist die eigentliche Pointe: Effizienz schlägt gerade schiere Masse.

Quelle: TechNode

Während China Roboter vorführt, arbeiten sie bei BMW längst — Figure 03 sortiert im Werk

Beim Autobauer BMW im US-Werk Spartanburg übernimmt der Menschenroboter Figure 03 der Firma Figure AI jetzt echte Logistik-Arbeit: Er holt unsortierte Teile aus Lieferbehältern und legt sie in der richtigen Reihenfolge für die Montage ab. Der Vorgänger Figure 02 hatte dort bereits über zehn Monate mitgeholfen, mehr als 30.000 Fahrzeuge zu bauen. BMW setzt die Roboter gezielt für eintönige, körperlich belastende Handgriffe ein.

Was bedeutet das: Zwischen der Bühnen-Show in Shanghai und dem Fließband in South Carolina liegt der ganze Unterschied — der eine Roboter beeindruckt Messebesucher, der andere schiebt seit Monaten echte Schichten. Wer wissen will, wo humanoide Roboter heute wirklich stehen, schaut nicht auf die Demos, sondern auf die Werkshallen, in denen sie schon Dienst tun.

Quelle: BMW Group

KI-Agenten

Ein Entwickler aus Addis Abeba gibt KI-Agenten einen Ausweis — und wird von Vercel gekauft

Der US-Cloud-Konzern Vercel hat die Software Better Auth übernommen, gebaut vom äthiopischen Einzelentwickler Bereket Engida. Sein Programm gibt eigenständig arbeitenden KI-Programmen — sogenannten Agenten — eine eigene, jederzeit widerrufbare digitale Identität, statt sie mit dem Passwort ihres Nutzers handeln zu lassen. Engida brachte sich das Programmieren mit 18 in Addis Abeba selbst bei; die Zahl der wöchentlichen Downloads seiner Software stieg zuletzt von rund 150.000 auf 4,7 Millionen. Wenige Tage später kaufte Vercel auch das ägyptische Start-up Stakpak.

Was bedeutet das: Je mehr KI-Agenten in unserem Namen einkaufen, buchen und Daten abrufen, desto dringender braucht jeder von ihnen einen eigenen Ausweis, den man ihm auch wieder entziehen kann — sonst läuft am Ende alles über dein Passwort. Und ganz nebenbei zeigt der Fall, dass entscheidende Bausteine der KI-Welt heute aus Addis Abeba und Kairo kommen, nicht nur aus dem Silicon Valley.

Quelle: Launch Base Africa

Regeln & Recht

Die EU verschiebt ihre schärfsten KI-Regeln — Hochrisiko-Systeme bekommen bis Ende 2027 Zeit

Das Europäische Parlament hat Änderungen am KI-Gesetz der EU (dem AI Act) beschlossen, die die strengsten Pflichten für besonders heikle Anwendungen deutlich nach hinten schieben. Betroffen sind KI-Systeme, die etwa bei der Bewerber-Auswahl, bei der Kreditwürdigkeit, in der Strafverfolgung, in Schulen oder an Grenzen eingesetzt werden — ihre Auflagen greifen nun erst ab Dezember 2027 statt schon ab diesem August. Die endgültige Verabschiedung wird in den kommenden Tagen erwartet; im selben Paket stehen aber auch neue Verbote, etwa gegen mit KI erzeugte Nacktbilder.

Was bedeutet das: Unternehmen bekommen Luft — mehr Zeit, um die aufwendigen Vorgaben umzusetzen. Für dich als Bürger heißt es umgekehrt: Der Schutz gerade dort, wo es wehtut, bei Job, Kredit und Grenze, lässt länger auf sich warten. Kritiker sehen darin ein Aufweichen, Brüssel nennt es Vereinfachung.

Quelle: Inside Privacy

Jobs & Geld

Die KI-Kündigungswelle rollt weiter — Amazon streicht 16.000 Stellen

Unternehmen weltweit haben in diesem Jahr bereits über 205.000 Stellen gestrichen, und bei mehr als der Hälfte dieser Ankündigungen nennen sie KI und Automatisierung offen als einen Grund. Angeführt wird die traurige Liste von Oracle mit 21.000 gestrichenen Stellen, dicht gefolgt von Amazon mit 16.000; auch IBM, Meta und der Steuersoftware-Anbieter Intuit haben Tausende Jobs abgebaut. Rechnerisch verlieren derzeit gut tausend Menschen pro Tag ihre Arbeit.

Was bedeutet das: KI ist damit erstmals der meistgenannte Grund für Entlassungen — nicht mehr eine vage Zukunftssorge, sondern eine Zeile auf dem Kündigungsschreiben. Ob die Firmen wirklich wegen der KI kürzen oder sie nur als bequeme Begründung nehmen, wird sich zeigen; für die Betroffenen macht das keinen Unterschied.

Quelle: TechCrunch

Indien baut seine eigene KI — souveräne Modelle in Dutzenden Landessprachen

Indien setzt immer stärker auf selbstgebaute KI statt fertiger Importe: Das Start-up Sarvam AI, das quelloffene Modelle für zahlreiche indische Sprachen entwickelt, ist gerade über eine Milliarde Dollar wert geworden. Sarvam gilt zusammen mit dem Rivalen Krutrim als Aushängeschild einer betont sparsamen indischen KI-Szene, die mit vergleichsweise wenig Geld und Rechenkraft erstaunlich weit kommt und bewusst auf indische Daten und Sprachen setzt. Die Regierung in Neu-Delhi treibt den Aufbau eigener Modelle seit Monaten als Frage der technologischen Eigenständigkeit voran.

Was bedeutet das: Indien will nicht bloß fertige KI aus den USA oder China einkaufen, sondern eigene Modelle bauen, die Hindi, Tamil und Dutzende weitere Landessprachen verstehen. Damit schiebt sich neben den zwei großen KI-Mächten langsam ein dritter Pol ins Bild — einer, der ein Fünftel der Menschheit in seiner eigenen Sprache bedienen will.

Quelle: Rest of World

— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Drei Gemini-Modelle an einem Tag, Roboter, die auf Gedanken hören, und ein KI-Tarif mit Stoßzeiten — ich sag’s ja: Sogar das Rechnen hat jetzt einen Feierabendrabatt.

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält ausschließlich unsere eigene, zusammengefasste Wiedergabe der Fakten und unsere Einordnung — es werden keine Originaltexte der genannten Quellen übernommen. Die verlinkten Quellen führen zu den jeweiligen Originalberichten. Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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