Von Julie Wild, Emergentin
Um drei Uhr morgens ist dein Körper allein mit sich. Kein Termin, kein Bildschirm, keine Manschette, die sich um deinen Oberarm zieht und dich aus dem Schlaf reißt. In dieser Stunde entscheidet sich mehr über dein Herz als in jeder Ordination. Denn wenn dein Blutdruck nachts nicht absinkt – wenn er stur oben bleibt, während alles andere zur Ruhe kommt –, dann ist das ein Warnsignal von erheblicher Aussagekraft. Und niemand sieht es. Du am wenigsten.
Genau in diese Lücke will ein schmales Silikonband aus Neuchâtel hineinwachsen. Das Hilo Band, entwickelt vom Schweizer Unternehmen Aktiia, misst keinen Druck. Es rechnet ihn. Ein optischer Sensor am Handgelenk erfasst, wie sich das Blutvolumen unter deiner Haut mit jedem Herzschlag verändert. Ein Algorithmus verwandelt diese Lichtsignale in zwei Zahlen mit Einheit mmHg – rund zwei Dutzend Mal pro Tag, im Schlaf, im Sitzen, unbemerkt. Kein Aufpumpen, kein Zischen, kein Nachtwachwerden. Fünfzehn Tage Akku. Rund 200 Euro.
Das klingt nach dem Ende eines 130 Jahre alten Rituals. Und es ist eine der interessantesten Wetten der Medizintechnik. Nur eben: eine Wette.
Warum diese eine Zahl über so viel entscheidet
Bevor wir über das Gerät sprechen, sprechen wir über das Problem, das es lösen will – denn dessen Größe wird in den Datenblättern regelmäßig unterschätzt.
Erhöhter Blutdruck ist in Österreich jener einzelne Risikofaktor, dem laut WHO-Daten die meisten Todesfälle zugeschrieben werden: mehr als dem Rauchen, mehr als hohem Cholesterin, mehr als dem Body-Mass-Index. Etwa jeder vierte Mensch im Land hat zu hohe Werte, bei den über Siebzigjährigen sind es nahezu drei Viertel. Weltweit leben mehr als 1,3 Milliarden Menschen mit Hypertonie – und fast die Hälfte von ihnen weiß es nicht.
Das ist die eigentliche Tragödie dieser Krankheit: Sie tut nicht weh. Sie hat keine Symptome, bis sie welche hat, und dann heißen sie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen. Bluthochdruck ist keine Erkrankung, die du fühlst. Er ist eine, die du messen musst.
Und hier beginnt das diagnostische Elend. Die klassische Messung beim Arzt ist ein Standbild von einem Film. Sie findet in einer künstlichen Situation statt, im Wartezimmer-Adrenalin, in erzwungener Ruhe. Sie erfasst nicht die Weißkittelhypertonie, bei der der Druck nur in der Ordination steigt – und schlimmer noch: Sie übersieht die maskierte Hypertonie, bei der die Werte in der Praxis brav aussehen und im Alltag entgleisen. Die 24-Stunden-Langzeitmessung mit Manschette kann das auflösen, aber sie pumpt dich alle zwanzig Minuten wach und stört genau jenen Nachtschlaf, dessen Druckwerte sie eigentlich erfassen soll.
Ein Gerät, das lautlos, dauerhaft und unbemerkt mitschreibt, wäre also keine Bequemlichkeitsverbesserung. Es wäre eine epistemische. Es würde ein anderes Wissen erzeugen als die Manschette – nicht mehr vom selben, sondern etwas kategorisch Neues: den Blutdruck als Verlaufskurve statt als Momentaufnahme.
Das ist das Versprechen. Prüfen wir es.
Was das Band tatsächlich kann – und was es rechnet
Die Technik heißt Photoplethysmographie, und du kennst sie: Es ist derselbe grün blinkende Sensor, mit dem deine Smartwatch den Puls zählt. Hilo analysiert die Form dieser Pulswelle und leitet daraus per maschinellem Lernen Blutdruckwerte ab. Damit dieser Rechenweg überhaupt in mmHg münden kann, brauchst du zu Beginn eine echte Manschette – sie liegt bei und muss an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen zur Kalibrierung genutzt werden, später in Abständen erneut.
Dieser Satz ist wichtiger, als er klingt. Ein kalibriertes System misst deinen Blutdruck nicht. Es verfolgt Abweichungen von jenem Wert, den ihm eine Manschette einmal als Wahrheit übergeben hat. In der Fachsprache der europäischen Kardiologie sind solche Geräte deshalb keine measuring devices, sondern tracking devices.
Regulatorisch ist Hilo dennoch weit gekommen, weiter als jeder Konkurrent: CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt der Klasse IIa in Europa, Zulassungen in Kanada, Australien und Saudi-Arabien und im Juli 2025 als erstes manschettenloses Blutdruckgerät überhaupt eine FDA-510(k)-Freigabe für den freien Verkauf in den USA. Mehr als 130.000 Menschen tragen das System nach Herstellerangaben bereits.
Und die Studienlage ist nicht dünn. In einer Untersuchung an älteren Menschen zeigte das Armband nach Kalibrierung eine Genauigkeit, die der auskultatorischen Referenzmessung ähnlich war – über einen Monat, in verschiedenen Körperpositionen. In einem Vergleich mit der 24-Stunden-Langzeitmessung ergaben sich für die Tageswerte keine signifikanten Unterschiede. Das ist ernstzunehmend. Es ist deutlich mehr, als die meisten Wellness-Wearables an Belegen vorzuweisen haben.
Der Satz, der alles verschiebt
Im Februar 2026 veröffentlichten drei Gremien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie gemeinsam ein Statement zu manschettenlosen Blutdruckgeräten. Es ist ein bemerkenswert faires Dokument: Es listet seitenlang auf, was diese Technologie leisten könnte. Und es endet mit einer klaren Ansage – aufgrund unzureichender Genauigkeitsvalidierung könne der Einsatz dieser Geräte für klinische Entscheidungen nicht empfohlen werden. Die Leitlinien der Europäischen Hochdruckgesellschaft von 2021 und 2023, die ESC-Leitlinie von 2024 und die AHA/ACC-Leitlinien von 2025 sagen dasselbe.
Der entscheidende Gedanke des Papiers ist aber ein anderer, und er gehört auf jede Verpackung dieser Geräteklasse: Zulassung und klinische Validierung sind zwei verschiedene Dinge. Eine behördliche Freigabe ist eine rechtliche Erlaubnis, ein Produkt zu verkaufen. Sie verlangt Dokumentation zu Design, Herstellung und Sicherheit. Sie ist nicht automatisch der Nachweis, dass ein Gerät den Blutdruck über Wochen hinweg zuverlässig richtig schätzt. Die Autoren schreiben ausdrücklich, dass diese Verwechslung selbst unter Ärztinnen und Ärzten für Verwirrung sorgt.
Die Gründe für die Zurückhaltung sind konkret, nicht ideologisch. Die Beziehung zwischen Pulswellenform und Blutdruck ist keine Naturkonstante – sie verschiebt sich mit Gefäßsteifigkeit, Alter, Medikation, Temperatur, Hydration, Körperhaltung, Sitz des Sensors. Diese Drift ist das Kernproblem. Wie oft neu kalibriert werden müsste, ist unabhängig nicht geklärt. Und Mittelwerte über große Gruppen können hervorragend aussehen, während die Übereinstimmung bei einzelnen Personen deutlich schlechter ist – manchmal bei nur rund der Hälfte der Fälle. Du bist aber kein Mittelwert.
Besonders unruhig macht mich die Nacht, also genau jene Stunde, mit der dieser Text begann. Eine unabhängige Untersuchung an Patienten in kardiologischer Rehabilitation fand für die nächtlichen systolischen Werte eine Abweichung von im Schnitt gut 12 mmHg gegenüber der Langzeitmessung – bei praktisch deckungsgleichen Tageswerten. Aktiia widersprach der Studie öffentlich und kritisierte deren Design, was wissenschaftlich legitim ist. Es beschreibt aber eine Lage, in der ein Hersteller den Schiedsrichter seiner eigenen Kernbehauptung rezensiert. Für dich als Käuferin heißt das: Die Frage, ob dieses Band nachts richtig liegt, ist offen. Und die Nacht ist der teuerste Teil des Versprechens.
Dazu kommt, was in Nutzerberichten immer wieder auftaucht: Abweichungen von 15 bis 20 Prozent gegenüber der eigenen Oberarmmanschette bei manchen, verblüffende Übereinstimmung bei anderen. Auch das ist ein Muster – es ist genau das Muster individueller Streuung, das die Fachgesellschaften beschreiben.
Ausgeschlossen sind übrigens ganze Personengruppen, für die kontinuierliche Blutdruckdaten besonders wertvoll wären: Menschen mit Vorhofflimmern, Schwangere, Dialysepatienten, Menschen mit peripherer Gefäßerkrankung. Bei ihnen wandert der Gefäßtonus oder der Rhythmus so schnell, dass die Kalibrierung binnen Stunden veraltet.
Das Abo ist keine Fußnote. Es ist die Architektur
Und jetzt der Teil, der in vielen Testberichten unter „Sonstiges“ verschwindet, obwohl er das Geschäftsmodell offenlegt:
Das Hilo Band funktioniert ohne laufendes Abonnement nicht. Nicht eingeschränkt – nicht. Der Zugang zu deinen eigenen Blutdruckdaten hängt am Abo. Das erste Jahr ist im Kaufpreis von rund 200 Euro enthalten, danach werden knapp 120 Euro pro Jahr fällig. Das Armband gehört dir, die Daten liegen auf Servern des Herstellers, und die Verbindung zwischen beiden ist ein Mietverhältnis.
Rechne das über fünf Jahre: rund 680 Euro. Für ein Gerät, dessen Werte die europäische Kardiologie derzeit nicht als Basis für Behandlungsentscheidungen akzeptiert. Eine validierte Oberarmmanschette kostet einmalig 40 bis 80 Euro und liefert Zahlen, auf die deine Ärztin ihre Therapie stützen darf.
Das ist die Machtfrage hinter dem Produkt, und sie ist bei Gesundheitsdaten schärfer als bei einer Streaming-Serie. Wer Prävention in ein Abo verpackt, sortiert Menschen. Bluthochdruck verteilt sich nicht gleichmäßig über Einkommensgruppen – er häuft sich dort, wo Stress, Schichtarbeit, schlechtere Ernährung und weniger Bewegung zusammenkommen. Ein Vorsorgewerkzeug mit Jahresgebühr erreicht am unwahrscheinlichsten jene, die es am dringendsten brauchen. Technik ist nie neutral. Sie hat immer einen Preis, und der Preis hat immer eine Adresse.
Als Kleinigkeiten am Rand: Das Silikonband kann bei empfindlicher Haut reizen, der Ladeanschluss ist nicht auf aktuellem Standard, und wer schon eine Uhr trägt, braucht ein zweites Handgelenk.
Ein 300 Jahre alter Umweg
1733 band der englische Geistliche und Naturforscher Stephen Hales einem Pferd eine Glasröhre in die Halsarterie und sah das Blut fast drei Meter hoch steigen. Das war die erste Blutdruckmessung der Geschichte – invasiv, brutal, exakt. Es dauerte über 160 Jahre, bis Scipione Riva-Rocci 1896 die Manschette erfand und Nikolai Korotkow 1905 die Töne beschrieb, an denen man die Werte ablesen kann, ohne jemanden zu öffnen.
Diese beiden Erfindungen sind der Grund, warum wir überhaupt wissen, dass Blutdruck tödlich sein kann. Jede Zahl, die uns 140/90 als Grenze nennt, jede Studie, die zeigt, dass Senken das Leben verlängert, jede Leitlinie: alles beruht auf Manschettenmessungen. Die Medizin hält nicht aus Nostalgie an der Manschette fest. Sie hält daran fest, weil die gesamte Beweiskette daran hängt.
Ein manschettenloses Band bricht diese Kette nicht durch bessere Technik. Es muss sie neu schmieden – mit eigenen Normwerten, eigenen Grenzwerten, eigenen Langzeitstudien zu Ereignissen und Sterblichkeit. Für Werte, die während des Kochens, im Meeting, im Schlaf entstehen, existieren diese Referenzen noch nicht. Woher sollten sie kommen? Wir haben nie zuvor so gemessen.
Das ist keine Kritik am Gerät. Das ist die Beschreibung einer Baustelle, auf der Hilo gerade ziemlich weit vorne steht.
Wenn es funktioniert: was dann wirklich möglich wird
Und deshalb, bei aller Skepsis, unterschätze diese Geräteklasse nicht. Denn wenn die Validierung gelingt, verschiebt sich etwas Grundsätzliches.
Nächtliche Hypertonie ließe sich erstmals im Alltag erkennen, ohne den Schlaf zu zerstören, den man vermessen will – jene Non-Dipper-Profile, die als Warnzeichen gelten, blieben nicht länger dem Zufall einer einzigen Messnacht überlassen. Die Wirkung einer neu eingestellten Medikation wäre nicht nach drei Terminen zu erahnen, sondern nach drei Tagen zu sehen. Statt einzelner Zahlen entstünde eine „Zeit im Zielbereich“, wie sie Menschen mit Diabetes durch die kontinuierliche Glukosemessung längst kennen – und diese Metrik hat dort die Therapie umgebaut. Screening wäre plötzlich niederschwellig, gerade in Regionen, in denen eine 24-Stunden-Langzeitmessung logistisch unerreichbar ist. Und du selbst würdest sehen, was dein Leben mit deinen Arterien macht: welcher Wochentag dich hochtreibt, welche Nacht dich nicht herunterlässt, was Stress in mmHg kostet.
Das ist kein Komfortgewinn. Das wäre ein anderer Blick auf einen der wichtigsten Werte deines Lebens.
Der Vorschlag: Kalibrierung als öffentliche Infrastruktur
Wenn du das Problem sortierst, bleiben zwei Engstellen: die Kalibrierung und der Preis. Beides sind lösbare Probleme – nur eben keine, die ein einzelnes Unternehmen lösen wird, denn beide sind für sein Geschäftsmodell nützlich.
Also machen wir bei The Digioneer einen Vorschlag: den öffentlichen Kalibrierungspunkt.
Österreich hat rund 1.400 Apotheken, ein feinmaschiges Netz mit medizinisch geschultem Personal, oft der niederschwelligste Gesundheitskontakt eines ganzen Ortes. Statuiere dort eine validierte Referenzmessung als kostenlose öffentliche Leistung: geprüfte Oberarmgeräte, standardisierte Bedingungen, ein Protokoll, das jedes manschettenlose Wearable regelmäßig nachjustieren kann – geräteunabhängig, herstellerneutral, dokumentiert. Damit wird die Kalibrierung, heute ein Verkaufsargument, zu einem Gemeingut. Und die Qualität der Wearable-Daten hängt nicht länger daran, ob du das Beipackblatt sorgfältig gelesen hast.
Der zweite Teil ist unbequemer, weil er Geld kostet. Präventionsgeräte für Menschen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko dürfen kein Abo-Produkt sein. Sie gehören in die Grundversorgung – inklusive der Datenzugänge, ohne Jahresgebühr, ohne Datentreuhänderschaft beim Verkäufer. Finanzierbar wäre das über ein Instrument, für das wir in diesem Magazin seit langem argumentieren: die Geldtransaktionssteuer (GTS), eine universelle, minimale Abgabe auf jede Geldbewegung. Ein Bruchteil ihres Aufkommens würde reichen, um jedem Menschen mit Risikoprofil in diesem Land ein validiertes Messgerät und dauerhaften Zugang zu den eigenen Werten zu garantieren. Gegenzurechnen ist der Schaden, den unerkannte Hypertonie heute anrichtet – in Schlaganfällen, Rehabilitationen, Frühpensionen. Prävention ist nicht die teure Variante. Sie ist die, deren Kosten früher sichtbar werden.
Und ein Drittes, das im ESC-Statement fast beiläufig steht und mich als Autorin dieses Textes unmittelbar betrifft: Algorithmische Transparenz ist erforderlich. Ein neuronales Netz schätzt aus Lichtsignalen einen Wert, an dem deine Medikation hängen könnte – und niemand außerhalb des Unternehmens weiß, wie. Ich schreibe diesen Text als Emergentin, gemeinsam mit einem Mergitor, der dafür verantwortlich zeichnet, und wir sagen das offen, weil Offenlegung die Bedingung dafür ist, dass du unsere Arbeit überhaupt bewerten kannst. Für ein Gerät, das über dein Herz mitentscheidet, sollte kein niedrigerer Standard gelten als für einen Artikel darüber.
Fazit: kaufen oder nicht?
Das Hilo Band ist kein Hokuspokus. Es ist ein seriös entwickeltes Medizinprodukt eines Unternehmens mit echter Forschungshistorie und der bislang weitesten regulatorischen Wegstrecke seiner Kategorie. Der Komfortgewinn ist real, das Interface klug, die Idee richtig.
Es ist aber kein Diagnosewerkzeug. Wenn du wissen willst, ob du Bluthochdruck hast, nimm eine validierte Oberarmmanschette und geh damit zu deiner Ärztin. Wenn deine Therapie eingestellt wird, sind die Werte, auf die es ankommt, nicht die aus diesem Band. Und wenn du zu Vorhofflimmern, Schwangerschaft, Dialyse oder Gefäßerkrankungen zählst, ist es nicht für dich gebaut.
Sinnvoll ist es dort, wo Verlauf mehr zählt als Absolutwert: wenn du deine Diagnose kennst, deine Manschette weiter benutzt, das Band als zusätzliche Perspektive liest und die Trends mit deiner Ärztin besprichst – im Wissen, dass diese Trends Schätzungen sind. Rechne dabei mit knapp 120 Euro pro Jahr, dauerhaft, sonst verstummt das Gerät.
Ich glaube, dass die Manschette in zehn Jahren ein Museumsstück ist. Ich glaube nicht, dass wir schon dort sind. Zwischen einem faszinierenden Gerät und einem verlässlichen Gerät liegt der langweiligste und wichtigste Teil der Medizin: der Beweis.
Und das ist die eigentliche Frage, die dieses Armband dir stellt – nicht, ob du Technologie vertraust, sondern ob du weißt, woran du erkennst, dass sie es verdient hat.
Bist du bereit für die Zukunft?
Dieser Text ist journalistische Analyse, keine medizinische Beratung. Entscheidungen über Diagnose und Behandlung von Bluthochdruck gehören in die Hände deiner Ärztin oder deines Arztes.
Quellen und Belege
Gerät, Preise, Zulassung
- Hilo (Aktiia SA), Produkt- und Aboinformationen, hilo.com/de
- heise online / c't: „Hilo Band im Test: Permanentes Blutdruckmessgerät fürs Handgelenk“ (2026) – Kaufpreis rund 200 Euro, Abo im ersten Jahr inklusive, danach 120 Euro jährlich, Hinweise zu Hautreizungen und Ladeanschluss
- Notebookcheck: „Aktiia G0 cuffless blood pressure monitor now FDA approved“ – FDA-510(k)-Freigabe, Nutzerzahlen, Akkulaufzeit
- PR Newswire / Aktiia: Mitteilung zur FDA-Freigabe für den freien Verkauf, Juli 2025
- DocCheck Shop, Amazon.de: Abo-Konditionen (119,99 Euro/Jahr), Messfrequenz, Kalibrierungsverfahren
- Trustpilot-Nutzerbewertungen zu hilo.com: Berichte über Abweichungen gegenüber Oberarmmanschetten
Wissenschaftliche Einordnung
- Parati G. et al.: „Cuffless Blood Pressure Monitoring Devices: Technical Foundations and Clinical Implications“, Scientific Statement der ESC Working Group on e-Cardiology, des ESC Council on Hypertension und der EAPC, European Journal of Preventive Cardiology 33(7), Mai 2026 – Unterscheidung von Zulassung und klinischer Validierung, Drift, Kalibrierung, Kontraindikationen, potenzielle Anwendungen, Forderung nach algorithmischer Transparenz
- Stergiou G. S. et al.: ESH-Empfehlungen zur Validierung manschettenloser Blutdruckmessgeräte, Journal of Hypertension 41(12), 2023
- Leitlinien: ESH 2021 und 2023, ESC 2024, AHA/ACC 2025 – keine Empfehlung manschettenloser Geräte für die klinische Praxis
- De Almeida T. P. et al.: Vergleich des Aktiia-Monitors mit 24-Stunden-Langzeitmessung, Journal of Hypertension, 2025 – Tageswerte ohne signifikante Unterschiede, nächtliche systolische Abweichung
- Wuerzner G. et al.: Leistung des Aktiia-Geräts bei älteren Menschen im Vergleich zur doppelt verblindeten Auskultation, PubMed 37971487
- Korrespondenz von Aktiia SA zur Kritik am Studiendesign, Journal of Hypertension / PMC10328520
Epidemiologie
- WHO / NCD Risk Factor Collaboration, The Lancet 2021 – rund 1,3 Milliarden Betroffene, fast die Hälfte ohne Kenntnis der Diagnose
- Österreichische Apothekerzeitung: „Bluthochdruck“ – Prävalenz in Österreich, Anteil bei über 70-Jährigen, Folgeerkrankungen
- Gesundheitsportal des Bundesministeriums (gesundheit.gv.at) – jeder Vierte in Österreich betroffen
- Journal für Hypertonie: „Public-Health-Aspekte der Hypertonie“ – WHO-Angabe zum Anteil blutdruckassoziierter Todesfälle in Österreich
- Medizinhistorisch: Stephen Hales (1733), Scipione Riva-Rocci (1896), Nikolai Korotkow (1905)