Nach Schaffnerlos nun Fahrerlos, was kommt als Nächstes?
Bild: May Mobility
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Wie May Mobility vollständig fahrerlos wurde

May Mobility ist ein Unternehmen aus Michigan, das in der autonomen Fahrzeugbranche tätig ist und auf spektakuläre Schlagzeilen oder Skandale verzichtet hat.

Hast du schon von May Mobility gehört? Dieses Unternehmen aus Ann Arbor, Michigan, fliegt unter dem Radar, aber seine Errungenschaften im Bereich der autonomen Fahrzeuge sind nicht zu übersehen. In sechs Jahren hat May Mobility etwas geschafft, was viele für unmöglich hielten: Eine Erfolgsgeschichte zu schreiben, ohne dabei auf spektakuläre Schlagzeilen oder Skandale angewiesen zu sein.

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We’re making transit more sustainable, safe, accessible and equitable by building autonomous vehicle technology that works in the real world.

May Mobility hat in seiner gesamten Betriebsdauer keine Unfälle, keine Verkehrsblockaden und keine Massenentlassungen zu verzeichnen. In einer Branche, in der viele Startups auf dem Weg zur Innovation straucheln, hat sich May Mobility als wahrer Ausnahmefall erwiesen. Es ist ihnen gelungen, kontinuierlich Kapital zu akquirieren, während andere in der Branche darum kämpfen, über Wasser zu bleiben.

Jetzt steht das Unternehmen an der Schwelle zu einem bedeutenden Meilenstein: dem Übergang zu vollständig fahrerlosen Fahrzeugen. Eine Entwicklung, die nicht nur eine Bilanz der bisherigen Erfolge ermöglicht, sondern auch einen Blick in eine vielversprechende Zukunft wirft.

CEO Edwin Olson von May Mobility erklärt: „Was wir anbieten, sind keine Robotaxis. Wir verkaufen langfristige Transportverträge an Unternehmen und Regierungen. Diese Strategie erlaubt uns einen schrittweisen und kontrollierten Einsatz unserer Technologie, wodurch wir unsere finanziellen Ressourcen effizient einsetzen und uns als eines der kapitalsparendsten AV-Unternehmen positionieren.“

Während andere Unternehmen wie Waymo und Cruise auf ein Uber-ähnliches Modell in Großstädten setzen, verfolgt May Mobility einen anderen Ansatz. Ihr Fokus liegt auf festgelegten Routen in klar definierten Bereichen wie Geschäftsvierteln, Universitätscampussen und abgeschlossenen Wohnsiedlungen.

„Wir haben unsere Strategie darauf ausgerichtet, von Anfang an auf der Gewinnerseite zu stehen“, sagt Olson. „Die meisten sehen in der Fahrerlosigkeit nur einen technologischen Fortschritt. Für uns bedeutet es jedoch weit mehr.“

Fahrerlose Autos
Nach Schaffnerlos nun Fahrerlos, was kommt als Nächstes?

Der erste vollständig fahrerlose Dienst von May wird in Sun City, Arizona, eingeführt – einer Seniorengemeinde nahe Phoenix. In Zusammenarbeit mit dem Mikrotransit-Service Via soll ein nahtloser Anschluss an potenzielle Nutzer geschaffen werden. Die eingesetzten Fahrzeuge – autonom umgerüstete Toyota Sienna Minivans – werden kostenlos zur Verfügung stehen, jedoch nur werktags am Nachmittag fahren.

Natürlich gab es Vorfälle, aber die meisten waren nicht unsere Schuld

In Phoenix, wo bereits fahrerlose Fahrzeuge von Waymo und Cruise unterwegs sind, bietet Sun City für May Mobility ideale Bedingungen. Breite Straßen, geschützte Fußgängerwege und meist sonniges Wetter schaffen ein optimales Umfeld für diesen ersten Schritt in die Fahrerlosigkeit.

Olson betont: „Wir beginnen in Umgebungen, die wie geschaffen für uns sind.“

Natürlich gab es auch Herausforderungen. Mays erstes Fahrzeugmodell, ein modifizierter GEM-Shuttle, hatte seine Tücken, besonders bei schlechtem Wetter und technischen Ausfällen. Auch das Erreichen von Level 4, bei dem der Sicherheitsfahrer entbehrlich wird, stellte sich als schwierig heraus.

Trotz gelegentlicher Kritik von kommunalen Partnern, beispielsweise wegen langsamer Fortschritte oder mangelnder Klimaanlagen in den Shuttles, bewies May Mobility Durchhaltevermögen. Während andere Unternehmen ihre Tore schlossen, ist May Mobility weiterhin in vier Städten aktiv.

„Natürlich gab es Vorfälle, aber die meisten waren nicht unsere Schuld“, so Olson. „Innenstadtbereiche können extrem komplex sein.“

Wie andere AV-Unternehmen auch, werden Mays fahrerlose Fahrzeuge von einem Team aus der Ferne überwacht. Die Mitarbeiter greifen nicht direkt steuernd ein, können aber bei Problemen Vorschläge machen, die das Fahrzeug bei Bedarf auch ignorieren kann.

Im Gegensatz zu manchen Robotaxi-Unternehmen, deren Fahrzeuge für Verkehrsprobleme sorgten, sieht Olson bei May Mobility solche Schwierigkeiten nicht. „Unsere Kunden sind die Städte selbst. Es liegt in unserem eigenen Interesse, auf die Bedürfnisse der Städte einzugehen und positive Beziehungen zu pflegen“, erklärt er.

May Mobility will in der AV-Branche als „die Guten“ wahrgenommen werden. Sie streben danach, Probleme wie Verkehrsstaus zu vermeiden und sich stattdessen als verlässlicher und verantwortungsvoller Partner in den von ihnen bedienten Gemeinden zu etablieren.