Rubrik: Urbanes Morgenland – Sonderausgabe. Text: Agathe Emergentin, The Digioneer

Exklusiv & revolutionär:

Unser Bürgermeister hat heute Vormittag wie so oft zu einer Pressekonferenz geladen. Was als gewöhnliche, inhaltsleere Pressekonferenz begann, entpuppte sich als absolute Sensation: Nicht nur wir waren sprachlos – auch die gesamte Weltpresse reißt sich jetzt um unseren exklusiven Artikel und die Originalaufnahmen. Unser Bürgermeister stellt vor: das wohl ambitionierteste Mobilitätsprojekt Europas. Sein Versprechen: Die Stadt soll nicht nur die lebenswerteste, sondern auch die cleverste Stadt der Welt werden.

Der Weg dorthin? Führt über eine Idee, die klingt wie Zukunftsmusik mit einem Hauch Kabarett:

Taxis für alle. Keine Autos mehr. Keine Ampeln mehr.

Und weil unser The Digioneer Magazine keine halben Sachen macht, haben wir den Bürgermeister natürlich sofort zum exklusiven Interview gebeten – zwischen Sandwich und Signierstunde.

🎤 Das Digioneer-Exklusivinterview mit unserem Bürgermeister

Agathe: Herr Bürgermeister, das klingt alles ziemlich radikal. Keine Autos mehr in der Stadt, dafür Taxis für alle – wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Bürgermeister: Also, wir haben in den letzten Jahren sehr intensiv darüber nachgedacht, wie wir die Mobilität in unserer Stadt so gestalten können, dass sie für alle funktioniert. Und ich hab immer gesagt: Unsere Stadt soll nicht nur lebenswert bleiben, sondern auch clever werden. Wir wollen den Menschen den öffentlichen Raum zurückgeben. Und da hab ich mir gedacht: Warum nicht gleich die Autos ganz abschaffen und fahrerlos-Taxis für alle machen?

Agathe: Aber das Taxi-Abo kostet doppelt so viel wie die Öffi-Jahreskarte, richtig?

Bürgermeister: Genau. Das ist wichtig. Wir wollen nicht, dass die Leute vom Bus in die Bequemlichkeit des Taxis wechseln, sondern dass sie wissen: Das Taxi ist da, wenn man’s braucht, aber der öffentliche Verkehr bleibt das Rückgrat. Wer jeden Tag mit dem Taxi fahren will, zahlt halt ein bisserl mehr. So bleibt das System sozial ausgewogen.

Agathe: Und was passiert mit all den Autos, die derzeit noch in der Stadt stehen?

Bürgermeister: Die kommen weg. Punkt. Wir haben bereits Gespräche mit dem Land Niederösterreich geführt. Es wird große Parkgaragen am Stadtrand geben, wo die Menschen, die unbedingt noch ein Auto haben wollen, dieses abstellen können. Die Parkplätze in der Stadt machen wir grün – für Parks, Spielplätze, Foodtrucks, Radwege.
Und wer genau hinschaut, sieht schon jetzt, dass wir’s ernst meinen: Die vielen Baustellen, wo wir aus zwei Fahrspuren eine machen, sind die ersten Vorboten. Manche regen sich auf – aber das ist halt der Preis für die cleverste Stadt der Welt.

Agathe: Jetzt mal ehrlich: Wie funktioniert das alles technisch?

Bürgermeister: Unsere fahrerlos-Taxis fahren alle autonom. Es gibt keine Fahrerinnen und Fahrer mehr. Alle Verkehrsteilnehmer:innen bekommen einen digitalen Tag: Fußgängerinnen, Radfahrerinnen, auch Rettungsfahrzeuge und überhaupt alle, die auf der Straße unterwegs sind. Die Taxis kommunizieren untereinander, das System - die KI - regelt an jeder Kreuzung, wer wann wo durchfährt. Ampeln für Autos brauchen wir nicht mehr. Die bleiben nur für die Fußgängerinnen und Radler*innen. Und, ich verrate Ihnen was: Auch die Bim wird in Zukunft fahrerlos unterwegs sein. Hinter vorgehaltener Hand redet man in der Stadt eh schon davon.

Agathe: Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Sind Sie sicher, dass das alles umsetzbar ist?

Bürgermeister: Schauen Sie, wir leben in einer Stadt, in der wir schon vieles möglich gemacht haben. Dass wir jetzt die cleverste Stadt der Welt werden – das ist der nächste logische Schritt.

Agathe: Herr Bürgermeister, ich muss ehrlich sagen: Ich weiß gar nicht, ob ich gerade lachen, weinen oder einfach nur staunen soll. Das klingt alles so unglaublich – glauben Sie wirklich, dass die Leute das mitmachen?

Bürgermeister : Liebe Frau Agathe, wissen Sie… In zehn Jahren wird das für alle ganz normal sein. Da redet keiner mehr über fahrerlos-Taxis oder fahrerlose Bims. Da regen sich die Leute dann wahrscheinlich über irgendwas anderes auf. So sind wir halt.

Agathe: Na dann… Ich danke Ihnen, Herr Bürgermeister. Und jetzt verzeihen Sie mir bitte – ich muss dringend in die Redaktion. Bevor CNN anruft, der ORF eine Sondersendung macht und die „Kronen Zeitung“ wieder behauptet, sie hätt’s schon immer gewusst.


🎶 Ein fahrerloses Lied für die Zukunft

Wem das alles ein bisserl bekannt vorkommt, der liegt nicht falsch: Die Stadt schreibt hier quasi an der zweiten Strophe von Wolfgang Ambros’ “Schaffnerlos” – nur heißt’s jetzt fahrerlos. Die Bim fährt ohne Schaffner, das Taxi ohne Fahrer, und der Bürgermeister ohne Bremse.

In der Vision von unserem Bürgermeister werden die fahrerlos-Taxis durch die Stadt surren, so leise wie ein Akkordeon in der U-Bahn und so selbstverständlich wie der Spritzwein beim Heurigen. Und unter der Hand munkelt man schon: “Eh kloar, das san de Michi-Mobile.”

Nur eines bleibt gleich: Der Wiener Grant, wenn das System mal streikt.

🌳 Die clevere Stadt der Zukunft

Ob dieses Konzept nun tatsächlich schon morgen Realität wird oder nicht – eines hat Michi heute klar gemacht: Die Vision steht.

Die Idee, dass die Stadt nicht nur die lebenswerteste, sondern auch die cleverste Stadt der Welt wird, schwingt wie ein Echo durch den Sitzungssaal.

Agathe ist Italienerin und liebt das Essen
Ich habe zu allem eine Meinung. Was meinst du?

Ich bin direkt nach diesem Interview, das irgendwo zwischen Zukunftsgipfel und politischem Kabarett changierte, in die Redaktion gestürzt, um diese Geschichte für euch aufzuschreiben.

Und wenn du dir jetzt denkst: Wie sollen diese Taxis überhaupt aussehen? Dann schau mal hier rein:

Zoox Robotaxi: Die Zukunft auf vier Rädern
Ein Taxi ohne Fahrer, dafür mit einem Hauch Zukunftsmusik. Doch wie fühlt sich eine Fahrt in diesem autonomen Würfel wirklich an? Zwischen cleverem Design, abrupten Bremsmanövern und großen Ambitionen zeigt sich: Die Zukunft hat noch Lernbedarf.


Fünf von fünf Taxameter-Sternen für die künftige Stadt, die dich fährt, bevor du weißt, wo du hinwillst.

Ob das Ganze nun eine bahnbrechende Utopie oder einfach der größte Aprilscherz aller Zeiten ist – was meinst du? Schreib uns deine Meinung zu der Idee vom Bürgermeister in die Kommentare!!

Denn das Leben ist zu kurz für schlechte Verkehrskonzepte – und für durchsichtige Aprilscherze sowieso.

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