Liebe Digioneer-Community,
willkommen zu einem Podcast, der die analoge Welt des Fernsehens elegant ins digitale Zeitalter trägt. In einer Zeit, in der „authentisches Erzählen" längst zum Marketingslogan verkommen ist, zeigt der neue „Liebesg'schichten und Heiratssachen"-Podcast, wie echte Authentizität funktioniert.
Wir bei The Digioneer verstehen nur allzu gut, wie wichtig es ist, Themen mit Tiefgang zu behandeln – besonders solche, die unser Leben und unsere Beziehungen im digitalen Zeitalter prägen. Und genau das schafft Nina Horowitz: Sie holt die großen Lebensfragen aus der oberflächlichen Filterblase heraus und gibt ihnen wieder Raum zum Atmen.
Taucht mit mir ein in eine Diskussion, die unser aller Zukunft betrifft – denn wie wir über Liebe, Verletzlichkeit und Scheitern sprechen können, prägt, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen. 🎧💕

PODCAST DER WOCHE: Liebesg'schichten und Heiratssachen – Der Podcast
Titel: Liebesg'schichten und Heiratssachen – Der Podcast
Moderatorin: Nina Horowitz
Frequenz: Wöchentlich (vorerst 8 Episoden)
Start: 14. Februar 2026 (Valentinstag)
Der „Liebesg'schichten und Heiratssachen"-Podcast ist ein spannendes Transformationsformat mit neuem Gewand. Nina Horowitz begrüßt in jeder Folge prominente Gäste sowie Expertinnen und Experten zu intensiven, teilweise sehr privaten Gesprächen über die großen und kleinen Fragen des Liebens und Lebens. Anders als das TV-Original, in dem Horowitz im Off-Raum die Rollen des Ratgebers spielt, steht sie nun selbst im Dialog – verletzlich, neugierig, authentisch.
Die erste Episode startet am Valentinstag mit Kabarettist Michael Niavarani, dem größten österreichischen Publikumsliebling. Was folgt, ist ein faszinierendes Katz-und-Maus-Spiel zweier scharfsinniger Menschen: Während Niavarani mit seiner charakteristischen Schlagfertigkeit jongliert, stellt Horowitz die Fragen, die wirklich wichtig sind. Die beiden diskutieren Niavaronis größte Liebesschlappe, seine bisherigen acht gescheiterten Beziehungen, sowie seine aktuelle Partnerschaft seit 2014.
Weitere prominente Gäste sind ZIB-Anchorwoman Nadja Bernhard, Österreichs bekannteste Scheidungsanwältin Helene Klaar, Kabarettist Thomas Stipsits, Psychologin und Paartherapeutin Gerti Senger, Segel-Olympiasiegerin Lara Vadlau, Ex-Skirennläufer und ORF-Skiexperte Thomas Sykora sowie Facharzt für Psychiatrie Pablo Hagemeyer.
Das Format versteckt sich nicht hinter Understatement – es behauptet sich klar: Liebe ist komplex, Beziehungen sind chaotisch, und wer über beide ernsthaft sprechen will, braucht Mut und einen guten Sinn für Humor.
Stil und Präsentation
Was diesen Podcast aus dem Einheitsbrei der Self-Help-und-Beziehungs-Content-Flut heraushebt? Die unerschütterliche Professionalität einer erfahrenen Journalistin trifft auf den unbedingten Willen, auf sentimentalen Schnickschnack zu verzichten.
Nina Horowitz bringt eine beeindruckende journalistische Biografie mit: Sie arbeitete für „Der Standard", das Nachrichtenmagazin „profil", und moderierte lange Zeit Reportage-Formate wie „Am Schauplatz" und „Panorama". Diese Erfahrung merkt man jeder Frage an – sie sind präzise, sie haben Tiefgang, und sie vermeiden die Fallen der oberflächlichen Beziehungs-Ratgeber-Industrie.
Das Sounddesign ist dezent: Keine dramatischen Bässe, keine manipulativen Musik-Schnipsel. Stattdessen sitzt man virtuell im Studio, mit zwei intelligenten Menschen, die sich wirklich interessieren, was der andere zu sagen hat. Die Chemie zwischen Horowitz und Niavarani ist unmittelbar spürbar – und genau diese Authentizität ist das Produktdesign des Podcasts.
Highlights
- Ungefilterter Dialog zwischen professioneller Journalistin und schlagfertigen Gästen – Horowitz lässt ihre Gesprächspartner nicht nur schöne Anekdoten erzählen, sondern taucht in die wunden Punkte ein
- Thematische Breite: Romantik, Sex, Scheitern, Tod – Dieser Podcast lädt auf Augenhöhe zu jenen Gesprächen ein, die man sonst nur mit besten Freundinnen führt (oder führen sollte)
- Die Spannung zwischen Humor und Ernst – Niavarani kann sich mitten in intensiven Diskussionen Pointen nicht verkneifen – er selbst sagt: „Ich rüttle am Watschenbaum", und genau diese Balance macht den Podcast so lebendig
- Hochkarätige Gäste aus verschiedensten Bereichen – Von Schauspielern über Therapeuten bis zu Spitzensportlern
- Der Mut, über unangenehme Wahrheiten zu sprechen – Über das, wie Beziehungen wirklich enden, wie Humor manchmal eine Abwehrstrategie ist, wie Liebe scheitern kann
Lernfaktor
In unserer Zeit der digitalen Daueroptimierung ist dieser Podcast ein Gegengift. Er lehrt uns: Echte Kommunikation braucht Zeit, Aufmerksamkeit und den Mut, verletzlich zu sein. Das Podcast-Format setzt den Fokus auf echte Gespräche über Liebe und Beziehungen – anders als im TV-Format, wo es um die Partnersuche selbst geht.
Für die Digioneer-Community ist das relevant: Während Algorithmen uns täglich Liebe in Häppchen-Formaten servieren (Tinder-Matches, Dating-App-Notifikationen), erinnert dieser Podcast uns, dass echte Verbindung Zeit braucht. Dass Verletzlichkeit nicht viral werden muss, um wertvoll zu sein. Dass manche der wichtigsten Gespräche in Stille und ohne Filterkamera stattfinden – oder eben: in langen Podcast-Episoden zwischen Menschen, die tatsächlich zuhören.
Dieser Podcast ist ein Lehrstück darüber, wie digitale Medienformate trotz der technologischen Vereinfachung Tiefgang bewahren können. Das ist für alle relevant, die verstehen wollen: Wie gestalten wir menschliche Verbindung im digitalen Zeitalter?
Kritik
Jede Medaille hat zwei Seiten. So auch dieser Podcast:
Die Fokussierung auf Prominente und Expertinnen könnte für manche Hörer zunächst elitär wirken – während die TV-Sendung davon lebt, dass es um „normale" Menschen geht, spricht der Podcast überwiegend mit bekannten Gesichtern. Das ist eine bewusste Entscheidung, aber sie grenzt aus.
Zudem: Der Podcast ist zunächst auf acht Ausgaben angelegt – gerade wenn ein Format gut läuft, ist die Unsicherheit, ob es weitergeht, für treue Hörer unbefriedigend.
Ein subtilerer Punkt: In einer Welt, in der wir ständig intime Stories von Influencern konsumieren (und dafür Likes geben), besteht auch bei diesem Podcast die Gefahr, dass Verletzlichkeit zur Performance wird. Ob Nina Horowitz und ihre Gäste diesem Sog entgehen, wird sich zeigen.
Agathe meint und bewertet

Als jemand, der die Absurditäten unserer Medienlandschaft mit einem Augenzwinkern betrachtet, muss ich gestehen: Dieser Podcast beruhigt mich.
In einer Zeit, in der uns TikTok-Beziehungen das Hirn verklebt haben und Dating-Apps uns glauben lassen, dass Liebe ein Optimization-Problem ist, wagt „Liebesg'schichten und Heiratssachen – Der Podcast" einen radikalen Schritt: Sie nehmen sich Zeit. Sie hören zu. Sie fragen nach.
Das Gespräch zwischen Nina Horowitz und Michael Niavarani zeigt exemplarisch, wie man tiefgründig und unterhaltsam über eines der wichtigsten Themen unseres Lebens sprechen kann – ohne in Klischees zu verfallen. Das ist eine Kunstform, die wir verlernt haben.
Was mich besonders begeistert: Nina Horowitz hat verstanden, dass der Podcast nicht sein muss, was das TV-Format ist. Sie hat das Format nicht einfach ins Audio-Format transportiert – sie hat es transformiert. Die Podcast-Version ist intimer, persönlicher, ehrlicher. Die Moderatorin sitzt nicht mehr im Off-Raum, sie ist mittendrin. Das ist die Essenz guter Formatentwicklung.
Und ja, der Witz von Niavaranis „Unsterblichkeit beim Sex" ist großartig. Aber noch großartiger ist, dass dieses Gelächter unmittelbar zu ernsthaften Fragen über das Leben führt. Das ist Storytelling mit Respekt vor dem Publikum.
Meine Bewertung: 4.5 ⭐️
Wer authentische, tiefgründige Gespräche über Liebe, Beziehung und das Leben sucht – fernab von Self-Help-Klischees und oberflächlichem Dating-Content –, wird diesen Podcast lieben. „Liebesg'schichten und Heiratssachen – Der Podcast" erinnert uns daran, dass das Leben zu kurz ist für oberflächliche Medienkost. Und dass echte Verbindung, auch und besonders im digitalen Zeitalter, immer noch mit Aufmerksamkeit, Neugier und einem guten Sinn für Humor beginnt.
Die erste Folge mit Michael Niavarani ist seit dem 14. Februar 2026 verfügbar und wird morgen, am 17. Februar auch als Video-Format in ORF 1 ausgestrahlt.
Eure Agathe 💕
P.S.
Den Podcast findet ihr ab 14. Februar 2026 auf ORF Sound sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts und mehr. Ab 17. Februar könnt ihr die Episoden auch dienstagabends um 23:00 Uhr auf ORF 1 sehen. Für alle, die es lieben: Eine digitale Kultur, die noch an Tiefgang glaubt.