Was die Modelle können

Meituan stellt LongCat-2.5 vor — ein Riesenmodell, das tagelang an Software weiterbauen soll

Der chinesische Lieferdienst-Konzern Meituan, bei uns kaum bekannt, in China aber so alltäglich wie der Supermarkt ums Eck, hat gestern sein KI-Modell LongCat-2.5 vorgestellt. Es ist mit 1,6 Billionen Parametern gewaltig, rechnet für jede Texteinheit aber nur mit etwa 48 Milliarden davon — das spart Strom und Zeit. Das Modell versteht Bilder und Text gemeinsam und wurde gezielt darauf trainiert, als eigenständig arbeitende KI über lange Strecken an großen Programmierprojekten dranzubleiben. Der Kniff dabei: Fehler, die echte KI-Helfer im Einsatz gemacht haben, verwandelt Meituan in Übungsaufgaben, die sich beliebig oft wiederholen lassen.

Was bedeutet das: Wer aus seinen Pannen einen Stundenplan macht, lernt schneller als die Konkurrenz — das gilt für Lehrlinge und offenbar auch für Maschinen. Nutzbar ist LongCat-2.5 über Meituans Chat und Schnittstelle, eine freie Veröffentlichung zum Herunterladen ist angekündigt. China zeigt damit erneut, dass Spitzenmodelle längst nicht mehr nur aus dem Silicon Valley kommen.

Quelle: TechNode

Die Frage des Tages · 3. November 2026

Eine KI lernt, indem sie Fehler immer wieder übt. Als dein letzter KI-Glückwunsch nach Katalog klang: neu gewürfelt, mehr erzählt, selbst geschrieben – oder so genommen?

AIch hab's fünfmal neu machen lassen, einmal sogar als Gedicht. Der vierte war's dann.
BHab's dann doch selber geschrieben. Drei Sätze, bissl krakelig, aber von mir.
CIch hab der KI erst erzählt, was meine Mutter heuer so erlebt hat. Danach klang's nach ihr.
DZwei Wörter getauscht und abgeschrieben. Sie hat sich über die Karte gefreut, nicht über den Text.

Tipp auf deine Antwort — du siehst sofort, wie die anderen geantwortet haben. Keine passt? Schreib deine eigene.

Neuer Härtetest GDPx: Selbst das beste KI-Modell schafft nur 12 Prozent

Das US-Analysehaus SemiAnalysis hat gestern einen neuen Prüfstein für KI veröffentlicht, der echte Profi-Arbeit in elf Fachgebieten abfragt — vom Chipdesign über Biologie und Börsenhandel bis zu Recht und Finanzen. Jede Aufgabe darf bis zu acht Stunden dauern. Anthropics Spitzenmodell Claude Opus 5.5 schneidet insgesamt am besten ab, kommt aber auch nur auf rund 12 Prozent gelöster Aufgaben; Googles Gemini 4 Carbon glänzt in Biologie, OpenAIs GPT-6 Astra bei Materialforschung.

Was bedeutet das: Wenn dir das nächste Mal jemand erzählt, die KI übernehme morgen die Kanzlei, darfst du freundlich auf diese Zahl verweisen. Bei Recht und Finanzen mussten die Prüfer sogar Teilpunkte vergeben, weil sonst fast alle Modelle bei null gelandet wären — zwischen beeindruckenden Vorführungen und verlässlicher Facharbeit liegt also noch ein ordentliches Stück Weg.

Quelle: SemiAnalysis

Robotik

Hirn, Kleinhirn, Reflex: Forschende geben Robotern eine Arbeitsteilung wie im Kopf

Ein Forschungsteam hat mit REA ein System vorgestellt, das einen Roboter in drei Ebenen steuert — ähnlich wie beim Menschen. Ein großes Basismodell plant wie das Großhirn, eine Vermittlungsschicht entscheidet, welche Fähigkeit gerade gebraucht wird, und schnelle Bewegungsprogramme handeln wie Reflexe, ohne auf das Denken zu warten. In Simulationen löste REA knapp 96 Prozent der Aufgaben und kam dabei mit einem Viertel weniger Steuerbefehlen aus; getestet wurde auch an einem echten Menschenroboter G1 des chinesischen Herstellers Unitree.

Was bedeutet das: Bisher grübeln viele Roboter bei jedem Handgriff erst einmal nach, wie ein Gast, der vor jedem Bissen die Speisekarte noch einmal liest. Wenn das Denken nur noch dann einspringt, wenn etwas schiefgeht, werden Roboter schneller und robuster — genau das braucht es, bevor sie in Küchen und Lagerhallen wirklich mitarbeiten.

Quelle: Hugging Face Papers

Regeln & Recht

Putin verordnet: Private Rechenzentren müssen zehn Prozent für den Staat freihalten

Russlands Präsident Wladimir Putin hat gestern per Erlass festgelegt, dass private Rechenzentren im Land ein Zehntel ihrer Kapazität für den Staat reservieren müssen. Eine eigens geschaffene Regierungskommission darf diese Reserve abrufen, die Betreiber haben dann 24 Stunden Zeit. Das Digitalministerium soll zuvor erfassen, wie viel Platz und Rechenleistung überhaupt vorhanden ist; Rechenzentren im Ausland dürfen nur mit Zustimmung des Geheimdienstes FSB genutzt werden.

Was bedeutet das: Rechenleistung wird damit behandelt wie Getreide oder Treibstoff: als strategische Vorratsware, die der Staat im Ernstfall beschlagnahmen kann. Hintergrund sind ukrainische Drohnenangriffe, die im Oktober Anlagen von Yandex und Sberbank getroffen haben — für Firmen in Russland heißt das weniger Planbarkeit, für den Rest der Welt ein Lehrstück, wie politisch Server inzwischen sind.

Quelle: The Moscow Times

Abu Dhabi übersetzt seine Gesetze für die KI — gemeinsam mit OpenAI

Die Regierung von Abu Dhabi hat gestern mehrere Abkommen mit OpenAI unterzeichnet, darunter ein Vorhaben namens „Machine-Readable Government“. Dabei werden Vorschriften so umgeschrieben, dass eine KI sie lesen und Beamten bei der Prüfung von Genehmigungen und Zertifikaten helfen kann; die letzte Entscheidung bleibt beim Menschen. Ein erster Testlauf bei der Lebensmittelbehörde, die Importe kontrolliert, läuft bereits — auf Servern im eigenen Land.

Was bedeutet das: Wenn Paragrafen künftig zuerst für Maschinen geschrieben werden, ändert sich, wie Verwaltung funktioniert — schneller vielleicht, aber auch abhängiger von einem einzigen US-Anbieter. Für Europa, das gern über Bürokratieabbau redet, ist das ein Versuchslabor, das man genau beobachten sollte.

Quelle: The National

Jobs & Geld

Squarespace streicht fast jede fünfte Stelle — die KI baut Webseiten inzwischen auf Zuruf

Der US-Homepage-Baukasten Squarespace baut rund 19 Prozent seiner Belegschaft ab, das sind etwa 300 Menschen. Offiziell spricht das Unternehmen von Umstrukturierung und schnelleren Abläufen. Der Druck kommt aber erkennbar von KI-Werkzeugen, mit denen du eine Webseite einfach beschreibst und sie dann fertig vor dir steht — Squarespace arbeitet selbst an einer solchen Plattform namens Forma.

Was bedeutet das: Ausgerechnet die Firma, die einst versprach, dass jeder ohne Programmierkenntnisse eine Webseite bauen kann, wird jetzt von einem noch bequemeren Versprechen überholt. Für Beschäftigte in Design und Webentwicklung ist das ein deutliches Signal: Gefragt sind künftig eher Menschen, die KI-Ergebnisse beurteilen und verfeinern, als solche, die jede Seite von Hand zusammensetzen.

Quelle: TechCrunch

Nürnberger Linux-Firma SUSE baut jede zehnte Stelle ab — und nennt KI als Grund

Der Softwarehersteller SUSE mit Sitz in Nürnberg streicht rund zehn Prozent seiner etwa 1.900 Arbeitsplätze. Chef Dirk-Peter van Leeuwen begründete das gestern in einer Mail an die Belegschaft ausdrücklich mit Automatisierung und KI, die verändern, wie Softwarefirmen arbeiten. Wer betroffen ist, soll es bis morgen, 4. November, erfahren; ein freiwilliges Abfindungsangebot im September hatte offenbar zu wenige Interessierte gefunden.

Was bedeutet das: Selten nennt ein großes europäisches Softwarehaus KI so offen als Grund für Kündigungen — bisher kam diese Begründung vor allem aus den USA. Spannend wird, wie die Arbeitnehmervertretungen etwa in Tschechien reagieren, wo SUSE viele Leute beschäftigt und eine Gewerkschaft mitredet.

Quelle: The Register

Südkorea will 4,6 Billionen Won für ein eigenes Spitzenmodell ausgeben

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat gestern im Parlament seinen Haushalt für 2027 vorgestellt — mit einem Plus von 12,8 Prozent, dem größten Sprung in der Geschichte des Landes. Rund 21,3 Billionen Won, grob 14 Milliarden Euro, fließen in drei KI-Großprojekte: Chipfabriken und Rechenzentren, Roboter mit KI im Körper und die Förderung von KI-Anwendungen. Allein 4,6 Billionen Won, also rund drei Milliarden Euro, sind für ein heimisches KI-Modell vorgesehen, das zur Weltspitze aufschließen soll.

Was bedeutet das: Südkorea will sich nicht zwischen amerikanischen und chinesischen Modellen entscheiden müssen, sondern ein eigenes haben — ein Anspruch, den in Europa bisher vor allem Frankreich mit Mistral erhebt. Ob ein Staatshaushalt reicht, um mit den Milliardenbudgets der US-Konzerne mitzuhalten, ist offen; ein klares Bekenntnis ist es allemal.

Quelle: The Korea Herald

— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Die beste Maschine der Welt löst zwölf von hundert Profi-Aufgaben, und trotzdem räumen zwei Softwarehäuser schon die Schreibtische — ich rühre in meinem Dienstagsespresso und frage mich, wer hier eigentlich wem zu früh vertraut.

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält ausschließlich unsere eigene, zusammengefasste Wiedergabe der Fakten und unsere Einordnung — es werden keine Originaltexte der genannten Quellen übernommen. Die verlinkten Quellen führen zu den jeweiligen Originalberichten. Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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