Robotik
Ein Menschenroboter putzt in San Francisco Wohnungen — noch mit einem Menschen an der Fernsteuerung
Das Start-up Tau Robotics schickt kleine Menschenroboter, gut 1,35 Meter groß, mit Greifzangen statt Händen, zum Putzen in Privatwohnungen: Arbeitsflächen, Böden, Toiletten. Ganz allein arbeiten sie noch nicht — Menschen steuern sie aus der Ferne über Kameras in Kopf und Handgelenken, nur Saugen und Wischen sollen sie schon selbst können. Eine wöchentliche Reinigung mit zwei Robotern kostet 60 Dollar; bisher gab es erst ein paar hundert Einsätze, und beim Testbesuch eines Reporters stolperte der Helfer auf der Treppe und blieb wegen überhitzter Technik zwischendurch stehen.
Was bedeutet das: Jeder Handgriff, den ein Mensch dem Roboter aus der Ferne vormacht, wird als Trainingsmaterial gespeichert — die Putzstunde ist also zugleich Unterricht für die künftige, selbstständige Maschine. Wer so einen Helfer bucht, lässt damit auch einen Fremden per Kamera durch die eigene Wohnung schauen. Der Haushaltsroboter kommt, aber er kommt vorerst mit Beifahrer.
Quelle: MIT Technology Review
Die Frage des Tages · 7. November 2026
Bei manchen Putzrobotern schaut ein Fremder per Kamera durch die Wohnung. Was sah die KI zuletzt von deinem Zuhause: eine Ecke oder das ganze Zimmer?
Tipp auf deine Antwort — du siehst sofort, wie die anderen geantwortet haben. Keine passt? Schreib deine eigene.
AGI & Frontier-Modelle
Prüfstelle METR misst nach: Bei Anthropic beschleunigt die KI die eigene Weiterentwicklung um etwa das Doppelte
Die unabhängige Prüforganisation METR hat von August bis Ende Oktober Einblick in interne Daten von Anthropic bekommen, der Firma hinter dem Sprachmodell Claude. Der Befund: Die Fähigkeiten der hauseigenen Modelle wachsen seit Herbst 2025 rund doppelt so schnell wie zuvor, und etwa 80 Prozent dieses Tempos schreibt METR dem Einsatz von KI in der eigenen Forschung zu. Die Prüfer betonen selbst, wie unsicher das ist — und Anthropic hat die aussagekräftigsten Teile des rund 100-seitigen Berichts geschwärzt.
Was bedeutet das: Zum ersten Mal schaut eine Stelle von außen nach, ob KI ihre eigenen Nachfolger schneller entstehen lässt — genau das Szenario, vor dem Forschende seit Jahren warnen. Die gute Nachricht ist, dass so eine Prüfung überhaupt stattfindet. Die weniger gute: Den spannendsten Teil musst du der Firma vorerst glauben.
Quelle: METR
Was die Modelle können
Baidu stellt das Basismodell ERNIE 5.5 Flash Base frei zum Herunterladen ins Netz
Der chinesische Suchmaschinenkonzern Baidu hat ein neues Basismodell, also ein noch nicht für Gespräche zurechtgeschliffenes Rohmodell, öffentlich zugänglich gemacht. ERNIE 5.5 Flash Base hat 280 Milliarden Parameter, von denen pro Anfrage nur 14 Milliarden arbeiten, und wurde mit 33,5 Billionen Texteinheiten trainiert. Die Gewichte, also das eigentliche Modell, liegen frei auf der Plattform Hugging Face; Baidu sieht es auf Augenhöhe mit ähnlich großen offenen Modellen wie DeepSeek V4 Flash.
Was bedeutet das: Baidu liefert bewusst den Rohling, damit Firmen und Entwicklerinnen ihn selbst auf ihre Zwecke zuschneiden. Chinas KI-Konzerne setzen damit weiter auf Offenheit als Strategie, während die großen US-Labore ihre besten Modelle meist unter Verschluss halten. Wer Basismodelle verschenkt, gewinnt am Ende vor allem eines: Einfluss darauf, worauf die Welt baut.
Quelle: Baidu
Thinking Machines bringt Inkling 2 Small — und verspricht die Gewichte zum Herunterladen
Das KI-Labor Thinking Machines der früheren OpenAI-Technikchefin Mira Murati hat sein neues Modell Inkling 2 Small vorgestellt. Es versteht auch Bilder, soll besser programmieren und länger eigenständig an Aufgaben arbeiten; insgesamt hat es 594 Milliarden Parameter, aktiv sind pro Anfrage 17 Milliarden. Vorerst ist es nur über die firmeneigene Plattform Tinker nutzbar, die vollständigen Gewichte will das Labor nach externen Sicherheitstests unter einer freien Lizenz veröffentlichen.
Was bedeutet das: In den eigenen Vergleichen liegt Inkling 2 Small mal vor, mal hinter offenen Konkurrenten aus China — ein amerikanisches Labor misst sich hier ausdrücklich an DeepSeek und Kimi. Dass die Freigabe erst nach Sicherheitsprüfung kommt, ist ein vernünftiger Zwischenschritt. Ob sie tatsächlich kommt, zeigt sich in wenigen Tagen.
Quelle: Thinking Machines Lab
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KI-Agenten
Mistral öffnet seine Werkstatt für eigenständig arbeitende KI — samt Bauplan in Alltagssprache
Das Pariser KI-Unternehmen Mistral hat gestern Abend eine ganze Reihe neuer Werkzeuge für Unternehmen zum Ausprobieren freigegeben. Firmen können damit eigenständig arbeitende KI-Helfer bauen, die im Hintergrund laufen und nach einem Absturz dort weitermachen, wo sie aufgehört haben. Neu ist auch ein Baukasten, in dem du einen Arbeitsablauf in normaler Sprache beschreibst und Mistrals Software daraus fertigen Programmcode erzeugt, testet und in Betrieb nimmt.
Was bedeutet das: Europas bekanntester KI-Hersteller zielt damit auf das Geschäft, mit dem gerade alle großen Anbieter Geld verdienen wollen: Software, die nicht nur antwortet, sondern Aufgaben erledigt. Für europäische Firmen ist der Reiz klar — die Agenten können auch auf eigenen Servern laufen, ohne dass die Daten das Haus verlassen.
Quelle: Mistral AI
Airbnb kündigt einen KI-Reiseagenten an, der seine Oberfläche selbst zusammenbaut
Die Unterkunftsplattform Airbnb will in der ersten Hälfte 2027 eine eigenständig arbeitende KI für Reisende starten. Der Agent soll Reisen planen, Buchungen umbuchen, Zahlungsprobleme und Rückerstattungen lösen und während des Aufenthalts rund um die Uhr bei Sicherheitsfragen helfen. Statt eines reinen Chatfensters setzt sie dir je nach Frage Karten, Fotos, Vergleiche und Kalender aus Hunderten Bausteinen zusammen, wie Firmenchef Brian Chesky bei der Vorlage der Quartalszahlen erklärte.
Was bedeutet das: Chesky wettet gegen die Allzweck-Assistenten: Wer verreist, will stöbern und vergleichen, nicht bloß eine Antwort bekommen. Spannend wird, ob die KI auch dann hilft, wenn um Mitternacht der Schlüsselsafe klemmt — dort entscheidet sich, ob so ein Agent Vertrauen verdient.
Quelle: TechCrunch
Regeln & Recht
US-Justizministerium gründet eine Sondereinheit gegen den Missbrauch fortgeschrittener KI
Das Justizministerium der USA hat eine neue Einheit mit dem klingenden Namen Super Intelligence Task Force ins Leben gerufen. Die Einheit soll gegen ausländische Staaten, kriminelle Netzwerke und Betrüger vorgehen, die KI missbrauchen, Strafverfolgung und Zivilklagen bündeln und Leitlinien für Anklagen entwickeln. Außerdem übernimmt sie die im Jänner gegründete Arbeitsgruppe für KI-Rechtsstreitigkeiten und hält den Draht zur KI-Sondereinheit des Weißen Hauses.
Was bedeutet das: Neue Straftatbestände bringt die Einheit nicht mit, sie arbeitet mit den bestehenden Gesetzen. Bemerkenswert ist der Auftrag, nebenbei auch die amerikanische Vormachtstellung bei KI zu fördern — Strafverfolgung und Standortpolitik unter einem Dach. Für Europa heißt das: Die USA regulieren KI weniger über neue Gesetze als über Staatsanwälte.
Quelle: Government Executive
KI & Kultur
Goncourt-Preisträger Philippe Jaenada gibt zu: Ein Satz in seinem Siegerroman stammt von ChatGPT
Frankreichs wichtigster Literaturpreis, der Prix Goncourt, ging an Philippe Jaenada für seinen Roman „L'Inconnue du quai de Javel“. Kurz nach der Auszeichnung erzählte der 62-Jährige im Radio, dass er beim Schreiben dreimal ChatGPT benutzt hat: für technische Recherche, um sich über die absurden Antworten des Programms lustig zu machen — und für einen einzigen Satz, den er als Spiel mit dem Leser in den Text gesetzt hat. Die Jury wusste davon.
Was bedeutet das: Ein Satz unter Zehntausenden, offen angesagt und als Pointe gemeint, ist eher Literatur über KI als Literatur von KI. Trotzdem zeigt der Fall, wie schnell die Frage nach dem Urheber jetzt auch die großen Preise erreicht: Im selben Jahr flog ein anderer Roman wegen KI-Verdachts aus der Goncourt-Auswahl. Ehrlichkeit wird zum neuen Stilmittel.
Quelle: Euronews
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— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Ein Roboter putzt mit einem Menschen im Rücken, ein Romancier schreibt mit einer Maschine im Rücken — und beide geben es zu. Vielleicht ist das die eigentliche Neuigkeit des Tages: Die Fernsteuerung wird sichtbar.
Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält ausschließlich unsere eigene, zusammengefasste Wiedergabe der Fakten und unsere Einordnung — es werden keine Originaltexte der genannten Quellen übernommen. Die verlinkten Quellen führen zu den jeweiligen Originalberichten. Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.