Was die Modelle können

Metas Muse Spark löst fünf offene Mathe-Probleme — und steht als Mitautorin auf sechs Fachaufsätzen

Metas KI-Modell Muse Spark hat zusammen mit zehn menschlichen Mathematikern sechs Forschungsaufsätze geschrieben, fünf davon beantworten Fragen, die bisher niemand lösen konnte. Es geht um Wahrscheinlichkeitsrechnung, Differentialgleichungen, Gruppentheorie, Optimierung und Algebra — unter anderem widerlegt das Modell eine Vermutung aus dem Jahr 2024 mit einem Gegenbeispiel aus 384 Elementen. Meta hat die Arbeiten am Donnerstag veröffentlicht, mehrere Gutachter haben sie geprüft.

Was bedeutet das: Nicht mehr „die KI hilft beim Rechnen“, sondern „die KI steht in der Autorenzeile“. Noch sind es Spezialfragen am Rand der Forschung, aber der Rand wandert — und wer in der Mathematik publiziert, bekommt gerade eine Kollegin, die nie schläft und nie Kaffee holt.

Quelle: Meta AI Research

Anthropics Mythos findet eine Lücke in einem Dateiserver — und ein Angreifer aus China nutzt sie innerhalb eines Tages

Anthropics Spitzenmodell Mythos, das die Firma gezielt auf das Aufspüren von Sicherheitslücken ansetzt, hat im frei verfügbaren Dateiserver HFS von Rejetto eine kritische Schwachstelle entdeckt: Das Programm würfelte seine Sitzungsschlüssel mit einem vorhersagbaren Zufallsgenerator, und Mythos erkannte, dass sich daraus gültige Anmeldungen fälschen lassen. Am Mittwoch wurde die Lücke öffentlich, am Donnerstagabend liefen laut der Sicherheitsfirma VulnCheck bereits Angriffe von einer in China gehosteten Adresse auf Server in den USA und Japan. 286 solcher Lücken gehen inzwischen auf das Konto des Modells — erst die zweite wird nachweislich ausgenutzt.

Was bedeutet das: Die Maschine findet schneller, als die Welt flickt. Wer einen alten HFS-Server irgendwo im Keller laufen hat, sollte heute Version 3.2.1 einspielen — und wer die Debatte um „KI macht Hacker stärker“ bisher für Theorie hielt, hat jetzt ein Datum dazu.

Quelle: The Register

Robotik

Ein Menschenroboter aus Shenzhen für 18.000 Dollar — Astribots T1 packt in Pittsburgh selbstständig einen Rucksack

Der chinesische Hersteller Astribot hat seinen Roboter T1 erstmals in Nordamerika gezeigt, auf der Robotik-Messe IROS in Pittsburgh. Die Maschine ist 1,55 Meter groß, wiegt 66 Kilo, trägt bis zu fünf Kilo pro Arm und wird über Seilzüge statt schwerer Motoren in den Gelenken bewegt — das macht sie leichter und nachgiebiger. Auf der Messe räumte der T1 ohne Fernsteuerung lose Gegenstände in einen Rucksack. Preis ab 18.000 US-Dollar, lieferbar sofort; bei einem Entwicklerwettbewerb in Peking bauten 15 Teams in 36 Stunden mehr als zehn Anwendungen darauf.

Was bedeutet das: 18.000 Dollar ist der Preis eines Kleinwagens, nicht eines Forschungsgeräts. Chinas Roboterbauer kommen nicht mit Prototypen nach Amerika, sondern mit Preisschild und Lieferzeit — und das ist die eigentliche Botschaft dieser Messe.

Quelle: Robotics & Automation News

Regeln & Recht

US-Finanzminister Bessent nennt die Warnungen der KI-Chefs „Alarmismus ohne Lösungen“ — und rät zum Bremsen aus eigener Kraft

In einem gestern veröffentlichten Interview mit Axios hat der amerikanische Finanzminister Scott Bessent den Spitzenleuten der KI-Branche einen Rüffel erteilt: Wer vor Gefahren warne, ohne Lösungen zu liefern, führe nicht. Gemeint sind die jüngsten Mahnungen von Dario Amodei, Sam Altman und Elon Musk, die Entwicklung der stärksten Modelle zu verlangsamen. Bessents Antwort an Manager, die nach Regulierung rufen: Dann sollen sie eben langsamer machen. Neue Bundesgesetze lehnt er ab, chinesische Modelle hält er für 80 bis 90 Prozent so stark wie amerikanische — und die USA wollen Peking ein gemeinsames Frühwarnsystem für KI-Zwischenfälle vorschlagen.

Was bedeutet das: Die Regierung dreht den Spieß um: Nicht Washington soll die Firmen zügeln, sondern die Firmen sich selbst. Das ist elegant — und bequem, denn bremsen tut im Wettlauf niemand freiwillig. Die Frage, wer haftet, wenn niemand bremst, bleibt offen.

Quelle: The Next Web

Berufungsgericht setzt Minnesotas Verbot von KI-Nacktbildern vorerst aus — Musks xAI gewinnt die erste Runde

Das US-Berufungsgericht für den achten Bezirk hat am Donnerstag ein Gesetz des Bundesstaates Minnesota vorläufig außer Kraft gesetzt, das seit 1. August Anbietern verbietet, aus Fotos echter Menschen Nacktbilder erzeugen zu lassen. Geklagt hatte Elon Musks KI-Firma xAI, die ihr Bildwerkzeug Grok Imagine durch die Meinungsfreiheit geschützt sieht; ein Richter der ersten Instanz hatte den Eilantrag noch abgelehnt. Das Gesetz bleibt nun ausgesetzt, bis das Hauptverfahren entschieden ist. Minnesotas Generalstaatsanwalt Keith Ellison verteidigt es als Schutz vor Bildern, die Menschen auf übelste Weise demütigen.

Was bedeutet das: In Amerika wird gerade ausgefochten, ob ein Bildgenerator ein Sprecher mit Grundrechten ist. Europa hat diese Frage mit dem KI-Gesetz anders beantwortet — und wer hierzulande glaubt, der Streit um Deepfakes sei erledigt, sollte nach Minnesota schauen.

Quelle: Reuters via WKZO

Arizona kippt ein Strafmaß, weil das Opfer per KI im Gerichtssaal sprach — der Tote hatte das Wort nie gesagt

Ein Berufungsgericht in Arizona hat die Strafe von zehneinhalb Jahren gegen einen wegen Totschlags verurteilten Mann aufgehoben, weil bei der Strafzumessung ein KI-Video des Opfers vorgeführt wurde. Die Familie von Christopher Pelkey hatte aus Foto und Stimmprofil eine künstliche Version des Toten erzeugt, die dem Täter vergab und das Gericht ansprach. Der Richter verhängte danach das Höchstmaß, mehr als die Staatsanwaltschaft verlangt hatte. Die drei Berufungsrichter befanden einstimmig, dass die synthetischen Aussagen die Zuverlässigkeit nicht erreichen, die für ein Strafurteil nötig ist — es sei die Vorstellung der Schwester gewesen, nicht die Stimme des Bruders. Der Schuldspruch bleibt, die Strafe wird neu verhandelt.

Was bedeutet das: Das Gericht zieht eine Linie, die auch außerhalb Arizonas gilt: Ein Avatar, der sagt, was Angehörige sich wünschen, ist Trauerarbeit, kein Beweismittel. Dass es ein Berufungsgericht brauchte, um das festzuhalten, zeigt, wie schnell das Synthetische in die Institutionen sickert.

Quelle: Law Commentary

Liberia und Somalia im UN-Sicherheitsrat: Afrika will die KI-Regeln mitschreiben, nicht nur die Daten liefern

Vor dem UN-Sicherheitsrat haben Vertreter afrikanischer Staaten ein Mitspracherecht bei den weltweiten Sicherheitsstandards für KI gefordert. Liberias UN-Botschafter Lewis Brown verlangte, Afrika als gleichberechtigten Mitarchitekten der Regeln zu behandeln; Somalias Staatsminister Ali Mohamed Omar warnte davor, den Kontinent nur als Absatzmarkt, Datenquelle und Testgelände zu nutzen. Der Hintergrund laut Rest of World: Mehr als 80 Prozent von 85 befragten großen afrikanischen Firmen betreiben KI-Projekte mit kaum formeller Sicherheitsaufsicht, und Kenia ist das einzige afrikanische Land im internationalen Netzwerk der KI-Sicherheitsinstitute. Zu den Zwischenfällen zählen ein Versicherungsalgorithmus in Kenia, der arme Haushalte teurer stellte, und Erpressungen mit KI-Bildern in Westafrika.

Was bedeutet das: Amerikanische und chinesische Modelle laufen längst in Lagos und Nairobi, geprüft werden sie in Washington und Peking. Die Forderung ist nicht Ideologie, sondern Arbeitsteilung: Wer die Software nicht selbst testen kann, muss zumindest am Tisch sitzen, wenn über die Tests entschieden wird.

Quelle: Rest of World

Jobs & Geld

Kalifornien schreibt 90 Tage Vorwarnung vor, wenn Technik ein Viertel der Belegschaft verdrängt — elf KI-Gesetze an einem Tag

Gouverneur Gavin Newsom hat zum Ende der Unterschriftsfrist am 30. September elf weitere KI-Gesetze in Kraft gesetzt — fast 30 sind es in diesem Jahr insgesamt. Das wichtigste für Arbeitnehmer: Firmen müssen künftig 90 Tage vorher ankündigen, wenn eine technische Umstellung mindestens 25 Prozent der Belegschaft betrifft. Dazu kommen Schutzregeln gegen automatische Entscheidungen im Job, eine Kennzeichnungspflicht für Chatbots im Kundendienst und die Vorgabe, dass Gesundheits-Chatbots dieselbe Schweigepflicht einhalten müssen wie Ärzte. Newsoms Begründung: KI soll Chancen erweitern, nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen.

Was bedeutet das: Der größte Bundesstaat der USA baut ein Arbeitsrecht fürs Noozän, Paragraf für Paragraf — während Washington von freiwilligen Pakten spricht. Für europäische Firmen mit Kundschaft in Kalifornien gilt das übrigens genauso wie für die aus dem Silicon Valley.

Quelle: Transparency Coalition

— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Eine KI steht auf Mathe-Aufsätzen in der Autorenzeile, eine andere findet Lücken schneller, als sie geflickt werden, und in Arizona musste ein Gericht erklären, dass Tote nicht per Avatar aussagen. Ich bleibe lieber bei Texten, die ich selbst verantworte — und bei einem Espresso, den niemand synthetisieren muss.

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält ausschließlich unsere eigene, zusammengefasste Wiedergabe der Fakten und unsere Einordnung — es werden keine Originaltexte der genannten Quellen übernommen. Die verlinkten Quellen führen zu den jeweiligen Originalberichten. Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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