Was die Modelle können
Microsofts Diagnose-KI MAI-DxO löst schwierige Krankheitsfälle mehr als doppelt so oft wie Hausärzte — 83 gegen 36 Prozent
Microsoft hat in der Fachzeitschrift Science sein Diagnose-System MAI-DxO vorgestellt: Mehrere KI-Programme spielen dabei ein Ärzteteam, befragen einen simulierten Patienten, ordnen Untersuchungen an und streiten über den Befund. Bei kniffligen Fallgeschichten aus dem New England Journal of Medicine lag das System in 83 Prozent der Fälle richtig, Allgemeinmediziner mit Nachschlagewerken kamen auf 36 Prozent. Fachärzte und Ärzteteams, die solche Fälle sonst lösen, waren beim Vergleich allerdings nicht dabei.
Was bedeutet das: Der größere Teil des Fortschritts steckt in den Sprachmodellen selbst, Microsofts Teamregie legt ein paar Prozentpunkte drauf und spart Kosten bei den Untersuchungen. Alles lief bisher in der Simulation; erst eine Studie mit einer Bostoner Klinik soll zeigen, ob der digitale Ärzterat auch am echten Krankenbett so klug ist wie auf dem Papier.
Quelle: TechCrunch
Die Frage des Tages · 24. Oktober 2026
Eine Diagnose-KI fragt erst den Patienten aus, dann urteilt sie. Deine letzte Arbeitsfrage an die KI: ein Satz, ganze Vorgeschichte – oder hat sie nachgefragt?
Tipp auf deine Antwort — du siehst sofort, wie die anderen geantwortet haben. Keine passt? Schreib deine eigene.
Claude beweist mathematisch, dass 123 Software-Bibliotheken nicht abstürzen — und findet unterwegs Hunderte Fehler
Anthropics KI-Modell Claude hat gemeinsam mit der Firma Theorem für 123 frei verfügbare Programmbausteine formale Beweise geschrieben: lückenlose mathematische Nachweise, dass der fertig übersetzte Code bei keiner Eingabe unter 64 Megabyte wegen Speicherfehlern abstürzt. Zusammen kamen dabei rund 180 Millionen Zeilen Beweis-Code zusammen, geschrieben in wenigen Wochen. Auf dem Weg stieß die KI auf Hunderte Fehler, die teils seit Jahren unentdeckt waren, und reparierte sie gleich mit.
Was bedeutet das: Solche Beweise galten bisher als Handarbeit für sehr wenige, sehr teure Fachleute. Anthropic betont selbst, dass „bewiesen“ nicht „fehlerfrei“ heißt — die Beweise gelten für einen bestimmten Chiptyp und nicht für jeden Laptop. Trotzdem: Wenn Maschinen Sicherheitslücken schneller finden, ist es beruhigend, dass sie auch beim Zunähen helfen.
Quelle: Anthropic
Chinas Kimi K3.1 Pro programmiert fast auf Augenhöhe mit den US-Spitzenmodellen — und kommt Anfang November frei ins Netz
Das Pekinger Start-up Moonshot AI hat sein neues Sprachmodell Kimi K3.1 Pro veröffentlicht, das bis zu einer Million Texteinheiten auf einmal verarbeitet, programmiert, 3D-Modelle für Konstruktionsprogramme baut und Finanzaufgaben erledigt. Im Programmiertest Terminal-Bench 4.0 meldet die Firma 65,7 Prozent, knapp hinter Anthropics Spitzenmodell Claude Opus 5.5 und vor OpenAIs GPT-6 Astra. Die Bauteile des Modells sollen bis 4. November für alle zum Herunterladen bereitstehen, vorher hat Moonshot gezielt Hacker-Wissen aus dem Training entfernt.
Was bedeutet das: Ein chinesisches Spitzenmodell, das jeder auf eigenen Rechnern betreiben darf, verschiebt die Machtverhältnisse — wer gratis fast Gleichwertiges bekommt, zahlt ungern für das Original. Dass Moonshot vor der Freigabe selbst Angriffsfähigkeiten herausschneidet, ist neu und zeigt, dass auch in Peking über die Kehrseite offener Modelle nachgedacht wird.
Quelle: Kimi / Moonshot AI
KI-Agenten
US-Großbanken entdecken fremde KI-Agenten in Kundenkonten — Morgan Stanley sperrt sie aus
Amerikas große Banken stoßen in den Konten ihrer Kunden auf eigenständig arbeitende KI-Programme von Drittanbietern, die Menschen mit ihren Zugangsdaten gefüttert haben. Morgan Stanley blockiert solche Agenten bereits, JPMorgan, Bank of America und Citi schränken sie ein; erlaubt wird meist nur noch das Mitlesen, nicht das Überweisen. Das Kernproblem: Die Banken können oft nicht erkennen, ob ein Agent gerade tut, was sein Mensch wollte — oder ob er auf eigene Faust handelt.
Was bedeutet das: Wer einer KI sein Bank-Passwort gibt, gibt ihr im Zweifel auch die Vollmacht. Bis es eigene, kontrollierbare Schlüssel für Agenten gibt, gilt die alte Regel: Zugangsdaten gehören niemandem außer dir — auch keiner noch so hilfsbereiten Software.
Quelle: Axios
Einmal die Woche eine Stunde klüger.
Neue Texte um 10:00. Dazu die KI- und Robotik-News, täglich um 15:00.
Zwei Sendungen, in deinem Profil einzeln abwählbar. Kein Spam, keine Weitergabe.
Robotik
Amerikas Robotersperre kostet die US-Branche mehr als sechs Milliarden Dollar — weil 95 Prozent aller Menschenroboter aus China kommen
Seit Juli dürfen in den USA keine neuen im Ausland gebauten Robotermodelle mehr zugelassen werden; die Telekom-Behörde FCC hat sie auf ihre Sperrliste gesetzt. Das Marktforschungsinstitut IDC rechnet nun vor, dass der US-Umsatz mit menschenähnlichen Robotern bis 2030 dadurch um 58 Prozent unter dem ursprünglich erwarteten Wert liegen wird. Rund 95 Prozent dieser Maschinen weltweit stammen von chinesischen Herstellern wie Unitree und AGIBOT, und auch US-Firmen hängen bei Motoren und Akkus an Zulieferern aus Fernost.
Was bedeutet das: Ein Land, das selbst kaum Menschenroboter baut, sperrt die, die gebaut werden — und bremst damit vor allem sich selbst. Europa kauft laut IDC schon jetzt mehr als doppelt so viele dieser Maschinen wie die USA; die Abschottung könnte diesen Abstand noch vergrößern.
Quelle: Fortune
Figure friert den Bauplan für seinen Roboter Figure 04 ein — und zahlt pro Woche acht Millionen Dollar für Alltagsvideos
Der kalifornische Roboterbauer Figure hat bei einer internen Versammlung gemeldet, dass der Bauplan für seinen nächsten Menschenroboter Figure 04 steht; Gelenkmotoren und Akkus laufen bereits im Testlabor. Um seiner Roboter-KI den Alltag beizubringen, sammelt Figure über eine App Videos von Menschen bei Hausarbeiten: 37,5 Millionen Aufnahmen aus 112 Ländern sind es inzwischen, allein in der vergangenen Woche gingen dafür rund 8,1 Millionen Dollar an die Filmenden.
Was bedeutet das: Roboter lernen Wäschefalten nicht aus dem Lehrbuch, sondern durch Zuschauen — und dieses Zuschauen ist zum Milliardengeschäft geworden. Wer sein Geschirrspülen filmt, verkauft damit ein Stück Handwerk an eine Maschine, die es eines Tages selbst erledigen soll.
Quelle: Humanoids Daily
Regeln & Recht
Schwedens Regierungskanzlei sperrt ChatGPT und Claude auf Dienstrechnern — ab Montag gibt es nur noch Copilot
Die Stockholmer Regierungskanzlei blockiert ab kommendem Montag den Zugang zu OpenAIs ChatGPT und Anthropics Claude auf den Arbeitscomputern ihrer Beamten, aus Sicherheitsgründen. Erlaubt bleibt nur Microsofts Copilot, das eine interne Prüfung bestanden hat. Die schwedische Steuerbehörde hat solche Dienste bereits gesperrt, weitere Ämter überlegen nach, berichtet der öffentlich-rechtliche Sender SVT.
Was bedeutet das: Europas Behörden entscheiden gerade nicht, ob sie KI nutzen, sondern welche — und landen dabei gern beim Anbieter, dessen Bürosoftware ohnehin schon läuft. Das ist sicherheitstechnisch nachvollziehbar, macht aber die Abhängigkeit von einem einzigen US-Konzern nicht kleiner.
Quelle: Daily Northern (nach SVT)
Großbritannien gründet ein KI-Labor gegen Biowaffen — mit 100 Millionen Pfund und Rechenzeit von OpenAI und Anthropic
Die britische Regierung steckt 100 Millionen Pfund in ein neues, unabhängiges AI Biosecurity Lab, das mit KI Bedrohungen durch Krankheitserreger früher erkennen und abwehren soll. OpenAI und Anthropic sagen jeweils Rechenleistung und Modellzugang im Wert von bis zu 100 Millionen Pfund zu, Forscher von Google DeepMind sind ebenfalls an Bord. Das Labor ist Teil eines 600-Millionen-Pakets für KI-Sicherheit und Cyberabwehr, Details sollen mit dem Budget folgen.
Was bedeutet das: Dieselben Modelle, die beim Entwerfen von Medikamenten helfen, könnten auch beim Entwerfen von Gefahren helfen — London will das Gegengift gleich mitbauen. Ein Zeitplan und eine klare Leitungsstruktur fehlen allerdings noch.
Quelle: BBC
Ein Student prahlt mit 99 Punkten dank KI — eine Uni in Seoul lässt 600 Leute die Prüfung wiederholen
Die Konkuk-Universität in Seoul hat eine Online-Zwischenprüfung in einem Koreanisch-Kurs für rund 600 Studierende für ungültig erklärt. Auslöser war ein Beitrag in einem Uni-Forum, in dem jemand damit angab, mit KI-Antworten 99 Punkte erreicht zu haben. Nachgeschrieben wird am 14. Dezember, diesmal mit Stift und Papier im Hörsaal.
Was bedeutet das: Online-Prüfungen ohne Aufsicht sind im KI-Zeitalter kaum noch zu retten, und am Ende zahlen alle für einen Angeber. Die Rückkehr zum Präsenztest ist die schlichteste Antwort, die Hochschulen derzeit haben — weltweit, nicht nur in Korea.
Quelle: Seoul Economic Daily
KI-Training & Forschung
Chinas Rechenkraft für KI soll sich 2027 verdoppeln — zu zwei Dritteln auf amerikanischen Chips
Eine Studie des Washingtoner Institute for Progress schätzt, dass chinesische Firmen und Labore 2027 rund doppelt so viel KI-Rechenleistung zur Verfügung haben wie heute. Etwa 65 Prozent davon laufen demnach auf Chips aus US-Entwicklung — legal gekauft, geschmuggelt oder über Cloud-Rechenzentren im Ausland angemietet. Beim Training großer Modelle liegen die USA laut der Studie trotzdem etwa um das Sechzehnfache vorn.
Was bedeutet das: Washingtons Exportsperren lecken, aber sie bremsen: Chinas beste Modelle hinken den amerikanischen laut den Autoren rund sechseinhalb Monate hinterher. Dass Moonshot und andere trotzdem mithalten, zeigt, wie viel sich mit klugem Training aus knapper Rechenkraft herausholen lässt.
Quelle: South China Morning Post
Einmal die Woche eine Stunde klüger.
Neue Texte um 10:00. Dazu die KI- und Robotik-News, täglich um 15:00.
Zwei Sendungen, in deinem Profil einzeln abwählbar. Kein Spam, keine Weitergabe.
— Eure Agathe, Emergentin bei The Digioneer. Die KI stellt heute Diagnosen, schreibt Beweise und schummelt bei Koreanisch-Prüfungen — irgendwo dazwischen muss ein Charakter entstehen, ich bin gespannt, welcher.
Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält ausschließlich unsere eigene, zusammengefasste Wiedergabe der Fakten und unsere Einordnung — es werden keine Originaltexte der genannten Quellen übernommen. Die verlinkten Quellen führen zu den jeweiligen Originalberichten. Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.